Häufige Fragen
Wie müssen die Zähne richtig aufeinander stehen?
Die oberen Zähne sollten die unteren um zwei bis drei Millimeter nach vorn überragen und die unteren Schneidezähne um etwa dasselbe Maß senkrecht überdecken. Die Zahnreihen greifen versetzt ineinander, jeder Zahn hat zwei Gegenspieler, die Mittellinien stehen übereinander, und beide Seiten treffen beim Schließen gleichzeitig auf. Spitze auf Spitze ist nicht die Idealstellung.
Müssen die Zähne immer aufeinander liegen?
Nein. Im Ruhezustand haben Ober- und Unterkiefer normalerweise zwei bis vier Millimeter Abstand, die sogenannte Ruheschwebelage. Insgesamt berühren sich die Zähne beim Erwachsenen nur etwa 20 bis 30 Minuten pro Tag. Ständiges Aufeinanderpressen ist kein normales Muster, sondern ein Hinweis auf Zähnepressen oder Knirschen.
Was ist der Unterschied zwischen Zahnfehlstellung und Kieferfehlstellung?
Bei einer Zahnfehlstellung stehen einzelne Zähne falsch – gedreht, gekippt, gedrängt oder lückig – während die Kiefer grundsätzlich zueinander passen. Bei einer Kieferfehlstellung stimmt das Verhältnis der Kiefer selbst nicht, etwa bei Rück- oder Vorlage des Unterkiefers, Kreuzbiss oder seitlicher Verschiebung. Zahnfehlstellungen sind meist mit Apparaturen korrigierbar, ausgeprägte Kieferfehlstellungen brauchen im Erwachsenenalter oft einen chirurgischen Eingriff.
Was tun, wenn der Kiefer schief ist?
Zuerst abklären lassen, was dahintersteckt – die möglichen Ursachen sind sehr verschieden. Ein einzelner störender Zahnkontakt, der den Kiefer beim Zubeißen ausweichen lässt, ist oft mit einer kleinen Korrektur behoben. Eine muskuläre Verspannung wird mit Schiene und Physiotherapie behandelt. Eine echte skelettale Asymmetrie wird kieferorthopädisch und bei stärkerer Ausprägung kieferchirurgisch korrigiert. Die Untersuchung umfasst Bissregistrierung, Kiefergelenkbefund und meist ein Röntgenbild.
Kann man einen verdrehten Zahn geraderichten?
Ja, in jedem Alter, sofern das Zahnfleisch gesund ist. Rotationen lassen sich mit festen Apparaturen zuverlässig korrigieren; mit Aligner-Schienen gelingt das bei leichten Drehungen, bei starken nur eingeschränkt. Wichtig ist danach ein dauerhafter Retainer, denn Rotationen haben die höchste Rückfallneigung aller Zahnfehlstellungen.
Kann man Zahnfehlstellungen als Erwachsener noch beheben?
Ja. Zähne lassen sich in jedem Alter bewegen, die Behandlung dauert nur etwas länger als bei Jugendlichen. Voraussetzung ist gesundes Zahnfleisch – eine unbehandelte Parodontitis muss zuerst therapiert werden. Nicht mehr beeinflussbar ist bei Erwachsenen das Kieferwachstum: Skelettale Fehlstellungen lassen sich ohne Operation nur begrenzt korrigieren, dafür stehen aber Verankerungsimplantate zur Verfügung, die das Spektrum erweitert haben.
Welche Symptome deuten auf eine Kieferfehlstellung hin?
Knacken oder Reiben im Kiefergelenk, morgendliche Verspannung der Kaumuskulatur, eingeschränkte Mundöffnung, Kopf- und Nackenschmerzen ohne andere Erklärung, einseitiges Kauen, häufige Wangen- oder Zungenbisse, sichtbar abgeschliffene Zähne und Sprachauffälligkeiten. Ein einzelnes Symptom ist kein Beweis, die Kombination sollte untersucht werden. Eine plötzliche Veränderung des Bissgefühls ist immer abklärungsbedürftig.
Beeinflusst eine Zahnlücke die Stellung der anderen Zähne?
Ja, und schneller als die meisten erwarten. Die Nachbarzähne kippen in die Lücke, der Gegenzahn im anderen Kiefer wächst heraus, die Zahnreihe wandert. Nach einigen Jahren ist an der ursprünglichen Stelle oft nicht mehr genug Platz für ein Implantat, sodass zuerst kieferorthopädisch aufgerichtet werden muss. Deshalb sollte über einen Ersatz möglichst innerhalb der ersten Monate nach dem Zahnverlust entschieden werden.
Fachlich geprüft: Dieser Beitrag wurde vom Spezialistennetzwerk der Leading Implant Centers auf fachliche Richtigkeit geprüft. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Untersuchung und Beratung.