Was versteht man unter Zahnverlust?
Zahnverlust bezeichnet den Verlust eines oder mehrerer bleibender Zähne – sei es durch Entfernung, durch einen Unfall oder dadurch, dass ein Zahn von selbst ausfällt. Anders als der Verlust von Milchzähnen ist er endgültig: Der menschliche Körper bildet kein drittes Gebiss.
In Deutschland ist Zahnverlust seltener geworden, aber keineswegs verschwunden. Die Deutschen Mundgesundheitsstudien zeigen über die vergangenen Jahrzehnte einen deutlichen Rückgang der vollständigen Zahnlosigkeit, während der Verlust einzelner Zähne im mittleren und höheren Lebensalter weiterhin verbreitet ist. Das Erwachsenengebiss umfasst 28 Zähne ohne beziehungsweise 32 mit Weisheitszähnen.
Zahnverlust, Zahnausfall, desolater Zahnstatus: die Begriffe
Im Alltag und in Befunden tauchen verschiedene Bezeichnungen auf, die nicht dasselbe meinen:
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Zahnverlust | Oberbegriff für den Verlust bleibender Zähne, unabhängig von der Ursache |
| Zahnausfall | Umgangssprachlich für den Verlust ohne zahnärztlichen Eingriff, meist Folge einer Parodontitis |
| Einzelzahnverlust | Verlust eines einzelnen Zahns bei ansonsten geschlossener Zahnreihe |
| Lückengebiss | Gebiss mit einer oder mehreren Lücken bei erhaltenem Restzahnbestand |
| Desolater Zahnstatus | Befund, bei dem der Restzahnbestand nicht mehr erhaltungswürdig ist |
| Zahnlosigkeit | Vollständiger Verlust aller Zähne in einem oder beiden Kiefern |
Desolater Zahnstatus ist dabei kein Werturteil über den Patienten, sondern eine fachliche Einschätzung: Die verbliebenen Zähne sind so weit zerstört, gelockert oder entzündet, dass sich eine Einzelbehandlung nicht mehr lohnt. In dieser Situation wird geplant, wie die Zahnreihe insgesamt neu aufgebaut wird – nicht, wie einzelne Zähne noch gerettet werden.