Unter den Oberbegriff Zahnersatz fallen etwa Prothesen, Brücken, Kronen und auch die implantatgestützten Varianten dieser Ersatzlösungen. Als Zahnersatz gelten somit Präparate, die verlorene Zahnmasse tatsächlich ersetzen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass etwa Füllungen oder auch Inlays aus Gold oder Keramikstoffen sowie Füllungen für den Wurzelkanal einzelner Zähne nicht als Zahnersatz definiert sind. Die diversen Formen des Zahnersatzes unterscheiden sich hinsichtlich

  • der verwendeten Materialien,
  • der Kosten,
  • ihrer Verträglichkeit mit dem Zahnfleisch und umgebenden Zähnen,
  • der Lebensdauer und auch
  • ihres Aussehens.

Letztere Eigenschaft spielt insbesondere im sichtbaren Bereich der Zähne (also im Gebiet um die vorderen Schneidezähne) eine wichtige Rolle bei der Wahl des Materials.

Übersicht dieses Artikels

Übergreifende Formen des Zahnersatzes

Grundsätzlich gibt es drei unterschiedliche Varianten von Zahnersatz. Diese gliedern sich wie folgt:

Festsitzender Zahnersatz

Diese Variante wird entweder vollständig oder zum Teil auf einen bestehenden Zahn aufgesetzt. Kronen ersetzen somit den beschädigten Teil des Zahnes oder auch – als Vollkrone – den kompletten Zahn. Wie der Name bereits erahnen lässt, ist festsitzender Zahnersatz nicht mehr vom Zahn zu trennen und damit ohne professionelle Hilfe durch einen Zahnarzt vom gesunden Zahn nicht mehr zu entfernen.

Herausnehmbarer Zahnersatz

Ist das Gebiss noch in ausreichender Ausprägung vorhanden, kommen speziell für den Patienten angefertigte Prothesen zum Einsatz. Die Befestigung findet an noch bestehenden Zähnen oder Implantaten statt. Der Träger des herausnehmbaren Zahnersatzes kann diesen jederzeit entfernen, um ihn beispielsweise zu reinigen oder durch ein neues Modell zu ersetzen.

Implantate

Diese Form des Zahnersatzes wird vollständig in den bestehenden Kieferknochen implantiert und ist anschließend ohne externe Hilfe nicht mehr vom Gebiss zu trennen. Eine Ausnahme ist die Teleskopprothese, die herausnehmbar ist und auf fest implantierten Titanwurzeln im Druckknopfsystem sicher im Kiefer verankert wird.

Ein großer Vorteil der Implantate ist die exakte Anpassung auf die Bedürfnisse des Patienten sowie das Aussehen, das durch die verschiedenen Materialien sehr genau an die Wünsche und die natürliche Zahnfarbe angepasst werden kann.

Die folgenden Abschnitte zeigen einige der verbreiteten Formen des Zahnersatzes und wie sich diese genau unterscheiden.

Zahnersatz im Detail, Teil 1: Kronen

Zu den verbreitetsten Varianten des Zahnersatzes zählen Kronen. Sie werden immer maßangefertigt und dem natürlichen Aussehen des bereits beschädigten Zahns möglichst eng nachempfunden. Um die Krone auf den Zahn setzen zu können, ist dafür zunächst das Abschleifen des restlichen Zahns notwendig.

Der Patient hat abhängig von seinen ästhetischen Wünschen (und auch dem Geldbeutel) die Auswahl zwischen zwei übergreifenden Varianten:

Kronen und Teilkronen aus Metall

Häufig verwendete Metalle für Zahnkronen sind Gold beziehungsweise Legierungen des Edelmetalls sowie Palladium, Chrom oder auch Nickel. Durch die Verwendung von hartem Metall weisen Zahnkronen dieser Art eine sehr hohe Festigkeit auf. Auch großer Druck (beim kraftvollen Zubeißen etwa) beschädigt eine Krone aus Metall in der Regel nicht. Teurer, aber verträglich im Hinblick auf Allergien, sind Kronen aus Titan. Sie sind sehr leicht und gleichzeitig extrem stabil. Ein negativer Aspekt ist das Aussehen von Metallkronen. Kommen sie im vorderen Bereich des Gebisses zum Einsatz, erhalten Kronen eine Verblendung aus Keramik. Diese kommen der natürlichen Zahnfarbe recht nah.

Kronen und Teilkronen aus Keramik

Optisch wesentlich besser sehen Kronen aus Keramik aus. Sie sind von der natürlichen Zahnfarbe nur unter größter Anstrengung visuell zu unterscheiden. Falls Metalle Allergien auslösen, sind Keramikkronen oftmals die einzige mögliche Variante für Zahnersatz. Sie verfügen allerdings über eine kürzere Haltbarkeit als Metallkronen. Dazu kommt die Eigenschaft, benachbarte Zähne leichter zu schädigen. Der Zahnarzt muss außerdem einen großen Anteil des noch gesunden Zahns abschleifen, um Keramikkronen zu nutzen. Kommt es vor allem auf visuelle Ästhetik an, führt jedoch kein Weg an diesem Zahnersatz vorbei.

Zahnersatz im Detail, Teil 2: Brücken

Zahnersatz im Detail, Teil 2: Brücken

Grundsätzlich sind Zähne, die durch eine Brücke ersetzt werden, ebenfalls Kronen. Der Unterschied besteht in der Konstruktion: Zwischen zwei intakten Zähnen wird eine Brücke gespannt, an welcher die Krone befestigt ist. Die beiden gesunden Zähne gelten praktisch als Stützpfeiler, welche die Krone befestigen.

Brücken sind nicht nur auf einen einzigen zu ersetzenden Zahn beschränkt, sondern können auch mehrere Zähne ersetzen. Auch hier hat der Patient die Auswahl zwischen verschiedenen Systemen und Materialien:

Inlay-Brücken:

Die Brücke wird nicht an bestehenden Kronen oder Zähnen befestigt, sondern an Inlays – also Füllungen – benachbarter Zähne. Der Vorteil ist der Verzicht auf das Abschleifen der benachbarten Zähne, da die Befestigung nur an den Füllungen erfolgt. Nachteilig wirkt sich jedoch die Tatsache aus, dass sich die Füllungen im Laufe der Zeit lösen können. Auch die Brücke hat dann keinen Halt mehr und wird herausfallen.

Freiendbrücken:

Fehlt nur ein einziger Zahn am Ende einer Zahnreihe, bieten sich diese Brücken an. Die Befestigung der Krone erfolgt dann nur an den beiden jeweils letzten noch gesunden Zähnen. Als Nachteil stehen die geringe Stabilität bei hohem Kaudruck und die möglicherweise hohe Belastung für die beiden intakten Trägerzähne im Raum. Ein Implantat ist häufig besser geeignet.

Klebebrücken:

Im Vergleich zu festen Brücken klebt diese Brücke zahnschonend an den gesunden Zähnen, dafür fehlt es jedoch an Stabilität. Sie werden häufig für die vorderen Zähne eingesetzt und ein Abschleifen der umgebenden Zähne entfällt fast völlig. Die Haltbarkeit fällt mit etwa fünf Jahren nicht übermäßig lang aus. Auch Brücken verwenden Zahnärzte wahlweise in unterschiedlichen Metallen oder in Modellen aus Vollkeramik.

Zahnersatz im Detail, Teil 3: Implantate

Zahnersatz im Detail, Teil 3: Implantate

Implantate werden direkt in den gesunden Kieferknochen gegeben. Dort sind sie dauerhaft befestigt und werden unter normalen Umständen nicht mehr herausbrechen oder -fallen. Ebenso wie Brücken und Kronen sind sie in zahlreichen Metallvarianten, z.B. als Titanimplantate, und als Keramikimplantat erhältlich. Die Vorteile fallen umfassend aus:

  • Der Knochen bleibt vollständig erhalten und es ist kein Abschleifen benachbarter Zähne notwendig.
  • Die Kaufunktion wird durch die Nutzung exakt angepasster Implantate bestmöglich beibehalten.
  • Durch die Auswahl des Materiales vermeidet der Patient allergische Reaktionen, sodass etwa Zahnfleischentzündungen oder ähnliche Beschwerden bei der Nutzung von Implantaten selten auftreten.
  • Die Implantierung von Zähnen ist ebenso risikoarm wie die Befestigung von Kronen oder Brücken.
  • Von einem gesunden Zahn ist ein Implantat auch optisch nicht zu unterscheiden, sofern es sich um ein Modell aus Vollkeramik handelt.
Kosten für Zahnersatz

Kosten für Zahnersatz

Einer der großen Nachteile der Implantate für Zähne sind die hohen Kosten: Zwischen 1.800 Euro und 3.400 Euro sind pro Zahn zu veranschlagen, dazu kommen eventuelle Kosten für einen Knochenaufbau. Es handelt sich somit um die zwar beste Methode, fehlende Zähne zu ersetzen. Gleichzeitig ist sie jedoch auch die mit Abstand teuerste Variante. Eine Zahnbrücke für den Oberkiefer etwa, die einen einzigen Zahn ersetzt, fällt mit Kosten von etwa 500 Euro wesentlich günstiger aus.

Unabhängig vom verwendeten Zahnersatz zahlt die Krankenkasse die Hälfte der sogenannten Regelversorgung. Diese richtet sich nach dem Befund: Fehlt beispielsweise ein Zahn und der Zahnarzt veranschlagt Kosten von 500 Euro für die Versorgung mit einer Brücke, bezahlt die Krankenkasse 250 Euro. Entscheidet sich der Patient für ein Implantat, hat die Person diese Kosten selbst zu tragen – abzüglich der genannten 250 Euro für die Regelversorgung. Prozentual gesehen fällt die Ersparnis somit umso geringer aus, desto teurer der Zahnersatz ist.