Mini-Implantate – auch als MDI (Mini Dental Implantat) bezeichnet – versprechen festen Halt und Stabilität für künstlichen Zahnersatz. Sie sind kostengünstig, schnell eingesetzt und sofort belastbar. Mini-Implantate bieten damit für einige Patientengruppen eine Alternative zu klassischen Zahnimplantaten. Klinische Studien bescheinigen einen Behandlungserfolg von mehr als 94 Prozent innerhalb von fünf Jahren nach dem Einsetzen von Miniimplantaten.

Übersicht dieses Artikels

Was sind Mini-Implantate?

Mini-Implantate sind einteilige Implantat-Systeme von sehr geringer Größe. Der bereits in das MDI integrierte Aufbau ragt nach dem Einsetzen aus dem Kiefer heraus und dient in der Regel zum Befestigen von Prothesen. Auf mehreren Mini-Implantaten lassen sich Brücken ebenso wie vollständige Zahnprothesen sicher fixieren. Zum Befestigen einzelner Zähne sind Mini-Implantate nur in sehr seltenen Fällen geeignet.

Entwickelt wurde das System der Mini-Implantate ursprünglich zum Stabilisieren von herausnehmbarem Zahnersatz im Unterkiefer. Inzwischen ist die Technik so ausgereift, dass auch Zahnprothesen im Oberkiefer von Mini-Implantaten gehalten werden.

Was sind die Unterschiede zu herkömmlichen Zahnimplantaten?

Im Vergleich zu klassischen Implantaten besitzen Mini-Implantate einen viel geringeren Durchmesser von nur 1,8 bis maximal 3 Millimetern. Außerdem sind sie wesentlich kürzer. Deshalb lassen sich diese Minis unkomplizierter im Kiefer verankern. Für Sie als Patienten verläuft der Eingriff entsprechend schonender.

Klassische Implantate setzen sich aus zwei Teilen zusammen: einem Unterteil im Kiefer und dem später darauf montierten Aufbau (ein Zahn oder mehrere). Im Unterschied dazu besteht ein MDI grundsätzlich nur aus einem einzigen Teil. Am oberen Ende des Mini-Implantats sitzt ein Kugelkopf. Dieser Kopf ragt später aus dem Kiefer heraus. Das Prinzip zum Befestigen des Zahnersatzes erinnert an den Funktionsmechanismus von Druckknöpfen.

Die Funktionsweise der Mini-Implantate

Mehrere Knöpfe im Kiefer halten Ihre Zahnprothese so verlässlich, dass sie selbst nachts nicht herausgenommen werden muss. Für einen absolut sicheren Halt sind im Unterkiefer mindestens vier und im Oberkiefer fünf bis sechs Mini-Implantate erforderlich.

Im Labor wird die passgenaue Aussparung (das „Gegenstück“ zum Kugelkopf) in die Prothese eingearbeitet. Ein darin fixierter Gummiring puffert die Berührung von Implantat und Prothese. So lässt sich die Prothese mit ganz leichtem Druck auf den Köpfen der Miniimplantate befestigen und zum Reinigen wieder lösen. Nach einem „Probelauf“ unter Anleitung Ihres Zahnarztes gelingt Ihnen das im Alltag ohne Schwierigkeiten.

Für welche Patienten eignen sich Mini-Implantate?

Viele Menschen klagen darüber, dass Ihre herausnehmbaren Zahnprothesen ständig verrutschen. Das stört nicht nur beim Kauen, sondern häufig auch beim Sprechen. Diese Probleme lassen sich mit dem Einsetzen von Mini-Implantaten und dem Anpassen der Prothese fast immer lösen.

Das Einsetzen konventioneller Implantate ist für etwa ein Drittel aller Patienten mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Insbesondere Patienten der Generation „60 Plus“ leiden oft unter Vorerkrankungen, die größere operative Eingriffe zur Gefahr für sie werden lassen. Bei dieser Patientengruppe kommen Mini-Implantate besonders häufig zum Einsatz. Wenn auch Sie sich eine größere Zahnoperation aufgrund des hohen Risikos nicht zumuten wollen, bieten Mini-Implantate Ihnen eine Alternative.

Implantat-Systeme mit MDI eignen sich außerdem, wenn Kieferknochen besonders schmal sind oder sich bereits stark zurückgebildet haben. Falls das auf Ihren Kiefer zutrifft, profitieren Sie ebenfalls von dieser Behandlungsmethode. Der für reguläre Implantate oft erforderliche, langwierige Knochenaufbau entfällt bei Miniimplantaten.

Wie läuft der Eingriff zur Implantation von Mini-Implantaten ab?

Das Einbringen von Mini-Implantaten erfordert keine komplizierte Operation. Meist muss der Zahnarzt das Zahnfleisch gar nicht aufstülpen. Nach dem Einsatz eines winzigen Vorbohrers wird das MDI sofort in den Kieferknochen geschraubt. Für Sie als Patienten ist es ein sanftes Verfahren, das Sie nicht ängstigen muss.

Während eines etwa zweistündigen Besuchs setzt Ihr Implantologe mühelos die vier bis sechs erforderlichen Mini-Implantate im Ober- oder Unterkiefer ein. Anschließend befestigt er entweder ein Provisorium oder ihre eigene, inzwischen umgearbeitete Zahnprothese. Da die Mini-Implantate sofort belastbar sind, können Sie unmittelbar nach dem Eingriff schon wieder essen. Abhängig von Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand sind die Mini-Implantate nach drei bis sechs Monaten endgültig eingewachsen. Lassen Sie in diesem Zeitraum beim herzhaften Biss in einen Apfel oder beim Kauen von zähem Fleisch noch etwas Vorsicht walten.

Was sind die Vor- und Nachteile von Mini-Implantaten?

Die Vorteile von Mini-Implantaten liegen primär in ihrer unkomplizierten Handhabung und der hohen Effektivität bei der Fixierung von Zahnersatz. Da ein Mini-Implantat meist einteilig gefertigt ist und über einen Kugelkopf verfügt, fungiert es wie ein Druckknopf-System für die Zahnprothese. Im Gegensatz zu herkömmlichen Implantaten ist der Durchmesser mit etwa 1,8 bis 2,4 Millimeter deutlich schmaler, was eine Implantation selbst bei schmalem Kieferknochen ermöglicht. Zudem ist der Eingriff beim Zahnarzt oft in nur einer Sitzung abgeschlossen, und die Heilungsphase verläuft aufgrund der minimalen Verletzung von Zahnfleisch und Knochen sehr schnell.

Vorteile:

  • Kleiner Eingriff, selbst für Risikopatienten geeignet
  • Implantation selbst in dezimierte Kieferknochen möglich
  • Besserer Halt und Tragekomfort von Zahnprothesen
  • Schnell und unkompliziert einzusetzen
  • Anpassen vorhandener Zahnprothesen möglich
  • Einfach mit der Zahnbürste zu reinigen
  • Sofort nach dem Einsetzen belastbar



Bei der Entscheidung für ein Mini-Implantat sollten Patienten die spezifischen Vor- und Nachteile abwägen. Eine gute alternative zu herkömmlichen Implantaten sind sie vor allem für Senioren oder Patienten, bei denen ein großer chirurgischer Eingriff vermieden werden soll. Ein Nachteil gegenüber konventionellen Implantaten ist jedoch die geringere Belastbarkeit bei seitlichen Scherkräften, weshalb sie primär zur vertikalen Fixierung von herausnehmbaren Prothesen genutzt werden. Zudem ist die Studienlage zur langfristigen Haltbarkeit über mehrere Jahrzehnte bei klassischen Implantaten umfangreicher. Dennoch bieten Mini-Implantate oft die einzige Möglichkeit, ohne Knochenaufbau wieder fest zubeißen zu können.

Nachteile:

  • Nicht für alle klassischen Implantate eine Alternative
  • Nur in Ausnahmefällen für einzelne Zähne und Brücken geeignet
  • Nicht so tief im Kiefer verankert; folglich Lockern oder Verlust möglich

Kosten für Implantate und Zuschuss der Krankenkasse

Mini-Implantate werden von wenigen spezialisierten Herstellern gefertigt, weshalb sich die Preise dafür tatsächlich am Markt orientieren.

Ein einzelnes MDI kostet zwischen 1.100 und 1.600 Euro. Zum Fixieren einer vollständigen Prothese in einem zahnlosen Kiefer sind für Ober- und/oder Unterkiefer jeweils zwischen vier und sechs Mini-Implantate erforderlich. Hinzu kommen die Kosten dafür, einen passenden Zahnersatz anzufertigen. Oft lässt sich allerdings die vorhandene Zahnprothese umarbeiten, was wiederum Kosten einspart. Dank der einfachen Operationsmethode benötigt Ihr Dentist weniger Zeit zum Einsetzen von Mini-Implantaten. Für Sie wird also auch hier ein geringeres Honorar fällig.

Eine Modellrechnung geht von Gesamtkosten zwischen 2.500 bis 3.500 Euro für vier bis fünf Mini-Implantate und eine Prothese aus. Mit dieser Summe müssten Sie für jeweils einen zahnlosen Kiefer (Ober- oder Unterkiefer) rechnen.

Als Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse erhalten Sie generell nur einen Festzuschuss für einen notwendigen Zahnersatz. Mit großzügigeren Zuzahlungen können Sie nur als privat Versicherter rechnen oder wenn Sie rechtzeitig eine Zusatzversicherung abgeschlossen haben.

Die Kosten für ein Mini-Implantat sind in der Regel deutlich günstiger als herkömmliche Implantate. Ein Mini-Implantat kostet pro Implantat zwischen 300 und 600 Euro, was die Gesamtkosten für eine Versorgung attraktiv macht. Wenn Sie gesetzlich versichert sind, müssen Sie die Kosten für die chirurgische Implantation meist selbst tragen, da die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen keine Kosten für die Implantate an sich. Sie erhalten jedoch den üblichen Zuschuss der Krankenkasse für den darauf befestigten Zahnersatz. Eine private Zahnzusatzversicherung kann hierbei helfen, den Eigenanteil massiv zu senken. Informationen zur Erstattung finden Sie auch unter Zahnersatz Kosten.

Fazit

Wenn Patienten aus gesundheitlichen Gründen auf konventionelle Implantate verzichten müssen, sind Mini-Implantate ein empfehlenswertes und vielfach bewährtes Behandlungskonzept zum sicheren Befestigen von Zahnersatz. Vielen Patienten gelingt nach dem Eingriff das Kauen und Sprechen wieder besser. Damit gewinnen Sie wieder mehr Lebensqualität zurück.

FAQ: Häufige Fragen zu Mini Implantat

FAQ: Häufige Fragen zu Mini Implantat

Was ist der Unterschied zwischen Mini-Implantaten und klassischen Implantaten?

Mini-Implantate sind deutlich dünner und kürzer als herkömmliche Implantate. Während klassische Modelle oft einen Durchmesser von 3,5 bis 5 mm haben, liegen Mini-Systeme unter 3 mm. Sie sind zudem meist einteilig und speziell für die Fixierung von Prothesen konzipiert.

Kann man Mini-Implantate bei jedem Kieferknochen einsetzen?

Mini-Implantate eignen sich besonders für schmale Kieferkämme, bei denen für normale Implantate zu wenig Platz wäre. Ein gewisses Maß an Resthöhe des Kieferknochens muss jedoch vorhanden sein, um die Implantate stabil zu verankern.

Wie lange halten Mini-Implantate?

Bei guter Mundhygiene und regelmäßiger Kontrolle können Mini-Implantate viele Jahre, oft über ein Jahrzehnt, halten. Sie sind im Gegensatz zu klassischen Implantaten jedoch etwas anfälliger für Überbelastungen, weshalb die Verteilung auf mehrere Pfeiler wichtig ist.

Sind Mini-Implantate sofort belastbar?

Ja, in vielen Fällen können Mini-Implantate sofort nach dem Einsetzen zur Fixierung der Prothese genutzt werden. Dies wird als Sofortbelastung bezeichnet und ist ein großer Vorteil für Patienten, die nicht auf ihren Zahnersatz verzichten möchten.

Was kosten Mini-Implantate insgesamt?

Eine Versorgung mit vier Mini-Implantaten im Unterkiefer inklusive der Anpassung der vorhandenen Prothese liegt oft zwischen 2.000 und 3.500 Euro. Dies ist deutlich preiswerter als eine herkömmliche Implantat getragene Brücke.

Muss für Mini-Implantate das Zahnfleisch aufgeschnitten werden?

In der Regel nicht. Die Implantation erfolgt minimalinvasiv (transgingival), was bedeutet, dass das Implantat direkt durch das Zahnfleisch in den Knochen geschraubt wird. Dies minimiert Schwellungen und Schmerzen nach dem Eingriff.

Wie viele Mini-Implantate sind pro Kiefer notwendig?

Für einen sicheren Halt einer Vollprothese empfiehlt man meist vier bis sechs Mini-Implantate im Unterkiefer und mindestens sechs im Oberkiefer, da der Knochen im Oberkiefer weicher ist.

Zahlt die Krankenkasse einen Zuschuss?

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt den Festzuschuss für den Zahnersatz (die Prothese), beteiligt sich aber nicht an den Kosten für die Implantate oder die chirurgische Leistung. Diese müssen als Privatleistung abgerechnet werden.

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