Häufige Fragen
Was ist Osseointegration?
Osseointegration ist die direkte, tragfähige Verbindung zwischen lebendem Kieferknochen und der Oberfläche eines Implantats, ohne trennende Bindegewebsschicht. Sie ist die biologische Grundlage dafür, dass ein Zahnimplantat Kaukräfte übertragen kann.
Wie lange dauert es, bis ein Implantat eingeheilt ist?
Als Orientierung gelten etwa drei Monate im Unterkiefer und etwa sechs Monate im Oberkiefer. Nach einem Knochenaufbau verlängert sich die Zeit. Bei sehr guter Primärstabilität sind kürzere Zeiten und in geeigneten Fällen eine Sofortversorgung möglich.
Was ist der Unterschied zwischen Primär- und Sekundärstabilität?
Primärstabilität entsteht rein mechanisch beim Eindrehen des Implantats und ist direkt nach der Operation am höchsten. Sekundärstabilität entsteht biologisch durch neu gebildeten Knochen und wächst über Wochen an. Zwischen dem Abfall der einen und dem Anstieg der anderen liegt ein Stabilitätstal, meist in Woche zwei und drei.
Woran merke ich, dass ein Implantat nicht einheilt?
Warnzeichen sind Beweglichkeit des Implantats, Schmerzen, die über die erste Woche hinaus zunehmen statt abnehmen, Schwellung mit Eiterentleerung sowie im Röntgenbild ein aufhellender Spalt um das Implantat. Ein Druck- oder Ziehgefühl in den ersten Tagen ist dagegen normal.
Was ist ein ISQ-Wert?
Der ISQ-Wert stammt aus der Resonanzfrequenzanalyse und beschreibt die Stabilität des Implantats auf einer Skala bis 100. Werte über etwa 65 gelten als gut, Werte unter 50 als kritisch. Aussagekräftiger als ein Einzelwert ist die Entwicklung über mehrere Messungen hinweg.
Verhindert Rauchen die Osseointegration?
Rauchen verhindert sie nicht zwangsläufig, erhöht das Risiko eines Verlustes aber deutlich und dosisabhängig, weil die Durchblutung und die Wundheilung beeinträchtigt sind. Ein Verzicht ab etwa einer Woche vor dem Eingriff bis mindestens acht Wochen danach verbessert die Aussichten messbar.
Osseointegrieren Keramikimplantate genauso gut wie Titan?
Moderne, oberflächenbehandelte Zirkonoxidimplantate erreichen in Studien Einheilungsergebnisse, die denen von Titan nahekommen. Titan bleibt jedoch das Material mit der längsten und breitesten Datenlage. Die Materialwahl sollte deshalb individuell und mit Blick auf die konkrete Situation getroffen werden.
Kann ein Implantat die Osseointegration nachträglich wieder verlieren?
Ja. Der häufigste Grund für einen späten Verlust ist eine Periimplantitis: eine bakteriell ausgelöste Entzündung, die den Knochen um das Implantat abbaut. Deshalb sind konsequente Mundhygiene und regelmäßige Kontrollen auch Jahre nach der Einheilung wichtig.
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