Warum verändert sich das Gebiss nach einem Zahnverlust?

Jeder Zahn erfüllt eine wichtige Aufgabe innerhalb des gesamten Gebisses. Alle Zähne stützen sich gegenseitig und sorgen dafür, dass die Kaukräfte gleichmäßig verteilt werden. Fehlt ein Zahn, gerät dieses Gleichgewicht aus der Balance. Benachbarte Zähne beginnen häufig, sich in die entstandene Lücke zu bewegen. Gleichzeitig kann sich der gegenüberliegende Zahn verlängern, weil ihm der natürliche Kontakt fehlt. Diese Veränderungen entwickeln sich meist schleichend und bleiben zunächst unbemerkt.

Mit der Zeit kann sich dadurch die gesamte Zahnstellung verändern, was sich wiederum auf die Kaufunktion auswirkt.

Was passiert mit dem Kieferknochen?

Nach einem Zahnverlust fehlt dem Kieferknochen die natürliche Belastung durch die Zahnwurzel. Knochengewebe wird aber nur dort erhalten, wo es regelmäßig beansprucht wird. Deswegen beginnt sich der Knochen langsam zurückzubilden. Über Monate und Jahre kann dies dazu führen, dass der Kiefer schmaler oder niedriger wird. Je länger die Zahnlücke besteht, desto stärker kann dieser Knochenabbau ausfallen. Dadurch wird eine spätere Implantation häufig aufwendiger und kann einen zusätzlichen Knochenaufbau erforderlich machen. 

Welche Folgen kann eine unbehandelte Zahnlücke haben?

Besonders häufig treten folgende Veränderungen auf:

  • Zahnwanderungen
  • Kippen benachbarter Zähne
  • Herauswachsen der Gegenzähne
  • Rückbildung des Kieferknochens
  • Veränderungen der Bisslage
  • ungleichmäßige Kaubelastung
  • erschwerte Mundhygiene

Nicht jede Veränderung verursacht sofort Beschwerden. Häufig entwickeln sich die Folgen erst über mehrere Jahre.

Kann eine Zahnlücke Beschwerden im Kiefergelenk verursachen?

Eine veränderte Bisslage, kann sich auch auf die Kiefergelenke auswirken, denn wenn einzelne Zähne dauerhaft stärker belastet werden als andere, verändert sich auch die Kaubewegung. Betroffene entwickeln dadurch Verspannungen der Kaumuskulatur, Kiefergelenkbeschwerden oder Schmerzen beim Kauen. Auch nächtliches Zähneknirschen kann verstärkt werden.

Nicht jede unbehandelte Zahnlücke führt zwangsläufig zu solchen Beschwerden. Das Risiko nimmt jedoch mit zunehmender Dauer und Größe der Zahnlücke zu.

Wird das Einsetzen eines Implantats später schwieriger?

Viele Patienten möchten ein Implantat erst Jahre nach dem Zahnverlust einsetzen lassen. Grundsätzlich ist dies möglich, aber mit der Zeit verändern sich sowohl Knochen als auch Zahnstellung. Vor einer Implantation muss deshalb genau geprüft werden, ob ausreichend Knochen vorhanden ist und genügend Platz für das Implantat besteht. In manchen Fällen muss beispielsweise ein Knochenaufbau oder eine kieferorthopädische Vorbehandlung stattfinden.

Welche Möglichkeiten gibt es, eine Zahnlücke zu versorgen?

Heute stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Welche Lösung empfohlen wird, richtet sich nach der individuellen Ausgangssituation.

Mögliche Versorgungen sind:

  • Zahnimplantate
  • implantatgetragene Brücken
  • klassische Brücken
  • herausnehmbarer Zahnersatz

Zahnimplantate bieten den Vorteil, dass sie die natürliche Zahnwurzel ersetzen und dadurch den Kieferknochen weiterhin funktionell belasten. Gleichzeitig müssen gesunde Nachbarzähne in vielen Fällen nicht beschliffen werden.

Warum lohnt sich eine frühzeitige Behandlung?

Je früher eine Zahnlücke versorgt wird, desto günstiger sind häufig die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung. Knochen, Zahnstellung und Bisslage können oft besser erhalten werden, wodurch aufwendigere Eingriffe vermieden werden. Darüber hinaus profitieren viele Patientinnen und Patienten von einer verbesserten Kaufunktion, einer gleichmäßigen Belastung des Gebisses und einer harmonischen Ästhetik.

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