Die wichtigsten Formen
Stomatitis aphthosa (Mundfäule)
Die Stomatitis aphthosa, auch Stomatitis herpetica, Gingivostomatitis herpetica oder umgangssprachlich Mundfäule genannt, ist die Erstinfektion mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1. Sie trifft überwiegend Kleinkinder zwischen dem ersten und dritten Lebensjahr, kommt aber auch bei Erwachsenen vor, die als Kind keinen Kontakt hatten.
Typisch sind hohes Fieber, ein stark geröteter, geschwollener und leicht blutender Zahnfleischsaum, zahlreiche schmerzhafte Bläschen und Erosionen im ganzen Mund, starker Speichelfluss, deutlicher Mundgeruch und geschwollene Halslymphknoten. Die Erkrankung dauert etwa sieben bis vierzehn Tage und heilt narbenlos ab. Das Virus verbleibt anschließend lebenslang im Körper und kann später als Lippenherpes wieder auftreten.
Mundfäule bei Erwachsenen verläuft oft schwerer als bei Kindern und rechtfertigt eher eine frühe antivirale Therapie.
Prothesenstomatitis
Die Prothesenstomatitis betrifft die Schleimhaut unter einer herausnehmbaren Zahnprothese, meist am Gaumen. Symptome der Prothesenstomatitis sind eine scharf auf das Prothesenlager begrenzte Rötung, ein Brennen und manchmal ein pelziges Gefühl – Schmerzen fehlen häufig völlig, weshalb sie lange unbemerkt bleibt.
Ursachen sind fast immer eine Kombination aus mangelhafter Prothesenhygiene, einem Hefepilzbefall mit Candida albicans, nächtlichem Durchtragen der Prothese und einem schlecht sitzenden Prothesenlager.
Die Behandlung besteht aus konsequenter Reinigung, nächtlicher Prothesenkarenz, einer antimykotischen Therapie und der Korrektur oder Neuanfertigung der Prothese. Wer die Prothesenstomatitis dauerhaft loswerden möchte, sollte auch über eine implantatgetragene Lösung sprechen: Ein Zahnimplantat trägt die Versorgung über den Kieferknochen statt über die Schleimhaut und entlastet das Prothesenlager deutlich.
Candida-Stomatitis (Mundsoor)
Weißliche, abwischbare Beläge auf geröteter Schleimhaut, oft mit Brennen und Geschmacksstörungen. Begünstigt durch Antibiotika, Kortison-Sprays, Diabetes, Mundtrockenheit, Prothesen und ein geschwächtes Immunsystem.
Aphthöse Stomatitis (rezidivierende Aphthen)
Wiederkehrende, rundliche Geschwüre mit weißlichem Grund und rotem Saum. Sie sind nicht ansteckend, sehr schmerzhaft und heilen meist innerhalb von ein bis zwei Wochen. Auslöser können Stress, Verletzungen, hormonelle Schwankungen, Nahrungsmittel oder ein Mangel an Eisen, Folsäure oder Vitamin B12 sein.
Weitere Formen
Dazu zählen die Kontaktstomatitis (Reaktion auf Zahnpasta-Inhaltsstoffe, Materialien oder Nahrungsmittel), die Strahlen- und Chemotherapie-bedingte Mukositis, die nikotinbedingte Gaumenveränderung sowie Mundschleimhautveränderungen im Rahmen von Systemerkrankungen.