Ist wirklich das Implantat locker?

Patienten sprechen häufig von einem lockeren Implantat, obwohl sich in Wirklichkeit die darauf befestigte Krone oder eine Verbindungsschraube gelöst hat. Das eigentliche Implantat befindet sich fest im Kieferknochen und ist von außen nicht sichtbar. Darüber sitzt ein Verbindungselement, auf dem die Krone befestigt wird.

Lockert sich eine dieser Komponenten, kann schnell das Gefühl aufkommen, dass das gesamte Implantat wackelt. Nicht jeder Betroffene erkennt diesen Unterschied gleich. Oft lässt sich eine gelockerte Schraube einfach und unkompliziert wieder befestigen. Aufwändiger wird es wenn tatsächlich die Verankerung des Implantats im Knochen betroffen ist.

Welche Ursachen hinter einer Lockerung stecken können

Eine Lockerung kann verschiedene Gründe haben. Manche treten kurz nach dem Einsetzen auf, andere entwickeln sich erst nach vielen Jahren.

Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Gelockerte Verbindungsschrauben
  • Übermäßige Belastung durch Knirschen oder Pressen
  • Entzündungen rund um das Implantat
  • Unzureichende Einheilung nach der Implantation
  • Knochenabbau im Implantatbereich
  • Materialverschleiß einzelner Komponenten
  • Fehlerhafte Belastungsverhältnisse beim Kauen

Wenn die Einheilung nicht vollständig gelingt

Direkt nach dem Einsetzen eines Implantats beginnt die sogenannte Einheilphase in der sich der Kieferknochen mit der Implantatoberfläche verbindet. Dieser Vorgang ist entscheidend für die spätere Stabilität. Denn wenn es während dieser Phase zu Störungen kommt, kann es sein, dass die Verbindung zwischen Implantat und Knochen unzureichend ausgebildet wird. In solchen Fällen bleibt das Implantat beweglich oder verliert frühzeitig seine Stabilität.

Gründe für eine gestörte Einheilung sind z.B Infektionen, eine unzureichende Knochenqualität oder wenn das Implantat zu früh belastet wird. Auch Rauchen kann den Heilungsprozess negativ beeinflussen, da Gewebsdurchblutung eingeschränkt werden kann. Eine mangelnde Einheilung macht sich schon in den ersten Monaten bemerkbar.:

Knochenabbau als mögliche Ursache

Manchmal funktionieren Implantate viele Jahre problemlos und entwickeln erst später Schwierigkeiten. Grund dafür kann der Verlust von Knochensubstanz rund um das Implantat sein. Wenn Knochen verloren geht, kann die Verankerung geschwächt werden, und ein lockeres Implantat verursachen. Der Knochenabbau bleibt oft lange unbemerkt, da er sich schleichend entwickelt. Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen und Röntgenaufnahmen lassen sich solche unerwünschten Entwicklungen frühzeitig erkennen.

Wichtig ist jedoch, die Unterscheidung zwischen altersbedingtem Knochenumbau und krankhaften Veränderungen, denn nicht jede Knochenveränderung stellt automatisch ein Problem dar. Entscheidend ist, das Ausmaß und die Geschwindigkeit des Knochenverlusts.

Welche Rolle Entzündungen spielen

Entzündungen gehören zu den häufigsten Gründen für spätere Implantatprobleme. Dabei können sowohl das Zahnfleisch als auch die tieferliegenden Gewebe betroffen sein. Meist entstehen Entzündungen durch bakterielle Beläge, die sich am Implantatrand ansammeln. Über einen längeren Zeitraum greifen die Bakterien auf den Kieferknochen über, und können dort einen Abbauprozess auslösen.

Typische Anzeichen können sein:

  • Zahnfleischbluten
  • Schwellungen
  • Druckempfindlichkeit
  • Mundgeruch
  • Eiteraustritt
  • Beschwerden beim Kauen

Überbelastung durch Knirschen und Pressen

Viele Menschen pressen oder knirschen unbewusst mit den Zähnen. Dabei entstehen oft Kräfte die deutlich höher sein können als beim normalen Kauen. Wenn ein Implantat jahrelang stark belastet wird, können sich einzelne Komponenten lockern oder stärker abnutzen. Auch das umliegende Gewebe kann dadurch belastet werden.

Besonders nachts bleibt das Knirschen oft unbemerkt. Hinweise können morgendliche Kieferschmerzen, Verspannungen oder abgekaute Zahnflächen sein. In solchen Fällen kann eine individuell angepasste Knirscherschiene helfen, die Belastung zu reduzieren.

Welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt

Die Behandlung richtet sich immer nach der Ursache der Lockerung. Deshalb steht zunächst die genaue Diagnose im Mittelpunkt. Liegt lediglich eine gelockerte Schraube vor, kann diese häufig wieder befestigt oder ausgetauscht werden. Bei beschädigten Kronen oder Verbindungselementen kommen ebenfalls verschiedene Reparaturmöglichkeiten infrage. Wenn eine Entzündung festgestellt wird, muss zunächst deren Ursache behandelt werden. Ziel ist es, die bakterielle Belastung zu reduzieren und weiteres Fortschreiten zu verhindern. 

In manchen Fällen lässt sich ein Implantat trotz bestehender Probleme langfristig erhalten. Ist die Stabilität jedoch nicht mehr ausreichend gegeben, kann eine Entfernung notwendig werden. Nach einer entsprechenden Heilungsphase lässt sich häufig prüfen, ob eine erneute Versorgung möglich ist.

Wer Veränderungen im Bereich eines Implantats bemerkt, sollte daher nicht abwarten. Eine frühzeitige Untersuchung erhöht die Chancen, die Ursache rechtzeitig zu erkennen und die Stabilität der Versorgung langfristig zu erhalten.

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