Häufige Fragen
Wie lange muss Fluorid einwirken?
Bei Zahnpasta mindestens zwei Minuten Putzzeit, danach nur ausspucken und nicht mit Wasser nachspülen. Bei Mundspülung 30 bis 60 Sekunden spülen und anschließend 30 Minuten nichts essen oder trinken. Fluoridgelee wird zwei bis drei Minuten eingebürstet. Entscheidend ist die Zeit nach dem Ausspucken – wer nachspült, verliert den größten Teil der Wirkung.
Was ist der Unterschied zwischen Fluor und Fluorid?
Fluor ist das reine chemische Element, ein reaktives und giftiges Gas, das in der Zahnmedizin nie verwendet wird. Fluorid ist die stabile Salzform desselben Elements, etwa als Natriumfluorid oder Aminfluorid. In Zahnpasta, Mundspülung und Speisesalz stecken ausschließlich Fluoride.
Welche Fluoridkonzentration sollte Zahnpasta haben?
Für Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren 1.450 ppm. Für Kinder unter sechs Jahren 1.000 ppm, in reiskorngroßer Menge bis zum zweiten Geburtstag und erbsengroß danach. Bei hoher Kariesaktivität kann der Zahnarzt eine Zahnpasta mit 5.000 ppm empfehlen, die in der Apotheke erhältlich ist.
Soll man nach dem Zähneputzen den Mund ausspülen?
Nein. Nachspülen mit Wasser entfernt einen großen Teil des Fluorids, bevor es wirken kann. Den Schaum ausspucken genügt. Wer das Gefühl von Zahnpasta im Mund nicht mag, kann den Schaum kurz mit der Zunge verteilen und dann ausspucken – oder eine fluoridhaltige Mundspülung zu einer anderen Tageszeit verwenden.
Sind Fluoridtabletten heute noch sinnvoll?
In der Regel nicht. Die deutschen Fachgesellschaften empfehlen bei gesunden Kindern die lokale Fluoridierung über Zahnpasta, weil Fluorid am Zahn und nicht über den Blutkreislauf wirkt. Tabletten bleiben Einzelfällen vorbehalten und werden nur nach zahnärztlicher oder kinderärztlicher Absprache eingesetzt – und dann nicht parallel zu fluoridiertem Speisesalz.
Kann Fluorid Karies rückgängig machen?
Frühe Karies ja, ein Loch nein. Eine Initialkaries, die als weißer Fleck sichtbar ist und deren Oberfläche noch intakt ist, kann durch Fluorid remineralisieren und zum Stillstand kommen. Sobald der Schmelz eingebrochen ist und eine Kavität besteht, ist eine Füllung nötig. Deshalb sind Kontrolltermine so wichtig: Der Zeitraum, in dem Fluorid noch reparieren kann, ist begrenzt.
Ist Fluorid in der Schwangerschaft unbedenklich?
Die lokale Anwendung über Zahnpasta und Mundspülung ist in der Schwangerschaft unbedenklich und sinnvoll – hormonelle Veränderungen erhöhen in dieser Zeit das Risiko für Zahnfleischentzündungen und Karies. Eine systemische Fluoridierung der Mutter zur Vorbeugung beim Kind bringt dagegen keinen belegten Nutzen und wird nicht empfohlen.
Was ist Kariesprophylaxe außer Fluorid?
Fluorid ist eine von vier Säulen. Die anderen drei sind die mechanische Plaqueentfernung durch Zähneputzen und Zwischenraumreinigung, die Begrenzung von Zuckerhäufigkeit – nicht Zuckermenge, sondern die Zahl der Zuckerkontakte pro Tag – und die zahnärztliche Kontrolle mit professioneller Zahnreinigung. Bei tiefen Grübchen auf den Backenzähnen kommt die Fissurenversiegelung hinzu.
Fachlich geprüft: Dieser Beitrag wurde vom Spezialistennetzwerk der Leading Implant Centers auf fachliche Richtigkeit geprüft. Er dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Untersuchung und Beratung.