Aphthen sind kleine, milchig-gelbliche Gebilde auf dem Zahnfleisch oder der Mundschleimhaut. Sie lösen eine schmerzhafte Entzündung der Schleimhaut aus, die allerdings nach einigen Tagen meistens von selbst wieder so schnell verschwindet.

Übersicht dieses Artikels

Was sind Aphthen?

Aphthen treten vorwiegend auf dem Zahnfleisch und der Mundschleimhaut auf, können sich aber auch auf der Zungenspitze, an der Innenseite der Lippen oder am oberen Gaumen ansiedeln. Betrachtet man die Mundschleimhaut genauer, so entdeckt man milchig-gelbliche Flecken, die von einem rötlichen Rand umgeben sind. Die Flecken sind oft nicht größer als ein paar Millimeter, können im schlimmsten Fall aber auch einen Durchmesser von bis zu 3cm haben. Dies sind die sogenannten Aphthen. Der von ihnen betroffene Bereich schmerzt, juckt und brennt, vor allem während der Aufnahme von Lebensmitteln und Getränken.

Man unterscheidet drei verschiedene Formen von Aphthen: Minor-Aphthen, Major-Aphthen und herpetiforme Aphthen

  1. Minor-Aphthen sind etwa linsengroß und schädigen die Mundschleimhaut nur oberflächlich. In 80-90% des Aphthenbefalls handelt es sich um diese einfache Form der Aphthen.
  2. Von Major-Aphthen werden weit weniger Menschen befallen. Sie können bis zu 3cm groß werden und dringen tiefer in die Mundschleimhaut ein. Bis sie richtig verheilen, kann es oft Wochen dauern.
  3. Herpetiforme Aphthen kommen nur in sehr seltenen Fällen vor. Sie ähneln Herpes-Bläschen sehr und treten oft am Zungenrand oder an der Innenseite der Lippen auf. Bei dieser Art der Aphthen treten sie meistens nie alleine auf, sondern immer in größerer Zahl.

Aphthen sind nicht ansteckend und müssen auch nicht besonders behandelt werden. Schmerzen können jedoch durch lokal betäubende Salben oder Gels gelindert werden. Da die entzündete Schleimhaut auch ein leichter Angriffspunkt für Bakterien ist und weitere Krankheiten auslösen kann, sollte man zusätzlich auf keimabtötende und desinfizierende Mundspüllösungen zurückgreifen.

Ursachen für Aphthen

Bis heute ist wissenschaftlich noch nicht genau geklärt, welche Ursachen zur Bildung von Aphthen führen können. Man geht allerdings davon aus, dass es bestimmte Faktoren gibt, die als Auslöser für Aphthen fungieren können. Zum einen zählen hierzu mechanische Reize der Schleimhaut, z.B. durch schlecht sitzende Zahnspangen oder Prothesen, die ständig am Zahnfleisch und der Mundschleimhaut reiben. Auch alte, stumpfe Zahnbürsten und die falsche Putztechnik können eine mechanische Reizung verursachen.

Ebenfalls stehen allgemeine Faktoren, die sich schlecht auf den Körper auswirken, im Verdacht, Aphthen zu verursachen. Häufig klagen von Aphthen geplagte Patienten auch über Stress, Depressionen, Schlafmangel oder Überarbeitung. Ist das Immunsystem hierdurch geschwächt, kann natürlich eine Vielzahl verschiedener Erkrankungen auftreten. Darüber hinaus vermuten Experten, dass auch ein Mangel an Vitamin B12 oder Zink eine Rolle beim Auftreten von Aphthen spielen könnte.

Über die ursächlichen Auslöser für Aphthen gibt es bisher keinen wissenschaftlichen Beweis, sondern nur Vermutungen. Im Folgenden werden die heute am weitesten verbreitete Theorien zur Aphthenbildung kurz erläutert.

Autoimmunerkrankungen

Einige Wissenschaftler halten es für vorstellbar, dass Aphthen durch eine Autoimmunreaktion des Körpers entstehen. Diese Reaktionen treten immer dann auf, wenn sich die Abwehrzellen des Körpers nicht nur gegen feindliche Bakterien wehren, sondern auch gegen körpereigene Strukturen, wie z.B. die Schleimhautzellen. Hierdurch entstehen kleine Wunden auf der Mundschleimhaut und es kann zur Bildung von Aphthen kommen. Für diese Theorie spricht, dass es bei Patienten, die unter bestimmten Autoimmunerkrankungen wie Morbus Behcet, Morbus Crohn, usw., vermehrt zur Aphthenbildung kommt.

Allergien

Allergien zählen auch zu den Autoimmunerkrankungen, denn er Körper wehrt sich auch hier gegen Körpereigene Botenstoffe. Besonders bei Patienten mit Nahrungsmittelallergien (am häufigsten gegen Zitrusfrüchte oder glutenhaltige Lebensmittel) treten vermehrt Aphthen auf.

Viren

Eine weitere Theorie hält es für möglich, dass Viren (insbesondere Herpesviren) ursächlich für das Auftreten von Aphthen sind, denn ein sehr ähnliches Krankheitsbild, die Stomatitis aphthosa, wird durch das Herpes simplex Virus ausgelöst. Welches Virus aber genau für die Aphthen verantwortlich sein soll, konnte bis heute noch nicht ermittelt werden.

Durchblutungsstörungen

Ist die Durchblutung an einer Stelle des Körpers schlecht, entstehen genau dort besonders gut wunde Stellen, da nur schlecht neuen Zellen zur Wundheilung angeliefert werden können. Es könnte demnach sein, dass an den Stellen, an denen Aphthen entstehen, die Durchblutung der Mundschleimhaut gestört ist.

Ernährung

Mangelzustände an gewissen Nährstoffen und Vitaminen können eine ganze Vielzahl von Krankheiten auslösen. Für die Bildung von Aphthen wird beispielsweise ein Mangel an Vitamin B12, Folsäure oder Zink wissenschaftlich diskutiert, jedoch liegen auch hier keine konkreten Beweise vor.

Inhaltsstoffe

Gewisse Inhaltsstoffe in Nahrungsmitteln, Zahncremes oder Medikamenten scheinen das Auftreten von Aphthen nicht nur zu begünstigen, sondern auch Auszulösen. Die Inhaltsstoffe Natriumlaurylsulfat, Natriumdodecylpolyoxoethylensulfat oder Triclosan, die in vielen Zahncremes enthalten sind, stehen direkt im Verdacht, Aphthen auszulösen. Ähnlich sieht es mit bestimmten Farbstoffen in Nahrungsmitteln oder Inhaltsstoffen von Medikamenten aus.

Symptome bei Aphthen

Symptome bei Aphthen

Alle drei Aphthenformen haben eins gemeinsam: sie schmerzen beim Kauen, Schlucken, Trinken und manchmal auch beim Sprechen, je nachdem, wo sie auf der Mundschleimhaut angesiedelt sind. Aphthen sind zwar störend, aber fast immer harmlos.

In zirka 80 Prozent der Fälle handelt es sich um sogenannte Minor-Aphthen, die etwa zwei bis zehn Millimeter groß sind und als gelblich-weiße Flecken auf der Mundschleimhaut auftreten. In manchen Fällen sind Aphthen zusätzlich mit einer klaren Flüssigkeit gefüllt. Aphthen können überall in der Mundhöhle auftauchen, meistens siedeln sie sich jedoch direkt unterhalb der Lippe an.

Auf der Oberfläche der Aphthe bildet sich ein weißer, hautähnlicher Belag und um den Rand der Aphthe ist eine deutliche Rötung zu erkennen. In den meisten Fällen platzen die Aphthen auf und es entsteht eine offene Wunde auf der Mundschleimhaut, die sich unwillkürlich weiter entzündet und natürlich Schmerzen verursacht. Minor-Aphthen heilen in der Regel in ein bis zwei Wochen von alleine ab, ohne Narben zu hinterlassen.

Von Major-Aphthen sind deutlich weniger Menschen betroffen. Sie werden, wie der Name schon sagt, größer als die Minor-Aphthen und können einen Durchmesser bis zu 3cm erreichen. Sie verursachen tiefe Wunden in der Mundschleimhaut, die mitunter sehr schmerzhaft sind. Genau wie die Minor-Aphthen sind sie von einem weißlich-grauen Belag überzogen und platzen nach einigen Tagen auf. Der Heilungsprozess kann je nach Größe und Tiefe bis zu mehreren Wochen dauern und es können Narben zurückbleiben.

Herpetiforme Aphthen kommen noch weitaus seltener vor als Major-Aphthen und treten vorwiegend nur an den Zungenrändern und an den Innenseiten der Lippen auf. Diese Art der Aphthen ist sehr klein und taucht immer in einem Cluster von mehreren Bläschen auf. Da sie sehr an Herpes-Bläschen erinnern, werden sie oft irrtümlicherweise mit einer Herpes simplex Infektion verwechselt. Genau wie die anderen beiden Aphthen-Arten, verschwinden herpetiforme Aphthen nach etwa ein bis zwei Wochen von ganz alleine.

Diagnose von Aphthen

Aphthen lassen sich aufgrund ihres charakteristischen Aussehens recht gut diagnostizieren, denn milchig-gelbe Gebilde im Mund sind schon für den Laien recht einfach zu erkennen. Spezifische Tests zur Erkennung gibt es nicht. Auch der Zahnarzt greift auf die rein visuelle Diagnostik von Aphthen zurück. Herpetiforme Aphthen werden von Laien allerdings leicht mit einer Herpesinfektion verwechselt.

Differenzialdiagnose bei Aphthen

Bestimmte Verletzungen der Mundschleimhaut können in einzelnen Fällen dem Erscheinungsbild von Aphthen ähneln. Die von Herpes-Viren verursachte Stomatitis aphthosa zeichnet sich durch eine recht hohe Anzahl von Aphthen-ähnlichen Gebilden im Mund aus. Bei Kindern können die Windpocken auch die Mundschleimhaut befallen und ein ähnliches Bild hervorrufen. Der Ausschlag befällt dann allerdings auch den restlichen Körper, so dass die Unterscheidung nicht schwierig ist. Auch ein generalisiert Ausschlag, der sogenannte Erythema exudativum multiforme, der von Fieber und starkem Krankheitsgefühl begleitet wird, kann Aphthen-ähnliche Flecken auf der Mundschleimhaut verursachen.

Behandlung von Aphthen

Aphthen verschwinden meist schon nach einer Woche, egal ob sie gezielt behandelt werden oder nicht. Auch gibt es bisher noch kein wirksames Medikament, das gegen alle Aphthen hilfreich ist. In schweren Fällen, z.B. bei einem Befall durch Major-Aphthen, kann wie bei allen Entzündungen eine spezielle Kortisonsalbe Linderung verschaffen. Werden die Aphthen durch Viren ausgelöst, müssen natürlich sogenannte Virostatika eingesetzt werden. Da aber im Normalfall die Ursache für den Aphthenbefall nicht erkennbar ist, sollte eine solche Behandlung detailliert mit dem Zahnarzt besprochen werden.

Man kann allerding versuchen, die durch Aphthen verursachten Schmerzen zu lindern und die bereits um die Aphthen entstandene Entzündung zu therapieren. Am besten eignen sich hierfür sogenannte Lokalanästhetika, die direkt auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden und diese lokal betäuben. In der Apotheke sind diese in Form von Salben, Gels oder Sprays erhältlich. Bei Anwendung dieser Art von Medikamenten werden die auftretenden Schmerzen zwar gelindert, die Aphthen heilen dadurch allerdings nicht schneller ab.

Viele von Aphthen betroffenen Menschen schwören zusätzlich auf Propolis, eine Substanz, die Bienen von den Knospen der Laubbäume sammeln und damit ihre Waben verstärken. Propolis scheint viel länger an der Aphthe haften zu bleiben als ein Lokalanästhetikum und stillt den Schmerz dadurch nicht nur schneller, sondern auch effektiv länger. Manche Patienten berichten nach der Anwendung von Propolis auch von einer beschleunigten Wundheilung. Blütenpollenallergiker sollten von der Benutzung allerdings absehen, da eine allergische Reaktion nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann. Desweiteren tritt bei einer längeren und häufigen Anwendung oft eine Reizung des Zahnfleisches auf, weshalb Propolis nur zur kurzen Akutbehandlung verwendet werden sollte.

Wann zum Arzt bei Aphthen?

Generell besteht keine Veranlassung, bei einem Aphthenbefall einen Arzt aufzusuchen, denn Aphthen sind nicht gefährliche, nicht ansteckend und verschwinden wieder genau so schnell, wie sie gekommen sind. Sind sie allerdings regelmäßig von Aphthen betroffen und kehren sie in immer kürzeren Abständen wieder, sollte man an die Abklärung einer für Aphthen berüchtigte Grunderkrankung denken.

Ist bei ihnen eine der beiden weniger verbreiteten Formen von Aphthen, entweder die Major-Aphthen oder die herpetiforme Aphthen, aufgetreten, ist ebenfalls ein Besuch beim Zahnarzt ratsam, um Folgeschäden wie Narben auf der Mundschleimhaut oder ein Übergriff der Entzündung auf andere Bereiche der Mundhöhle zu vermeiden.