Auch wenn Zahnfüllungen heute zu den Routine-Eingriffen zählen, sind sie dennoch ein unliebsames Thema. Eine Zahnfüllung heißt immer auch, dass man ein Loch im Zahn hat und dieses möchte man so schnell wie möglich schließen. Da eine solche Behandlung mit Schmerzen verbunden ist aber auch bedeutet, dass noch mehr Zahnsubstanz abgetragen werden muss, wählt man hier, wenn möglich, das beste Material. Natürlich geht es auch um lange Haltbarkeit und natürliches Aussehen. Es gibt inzwischen eine Vielzahl an Füllmaterialien auf dem Markt. Amalgam hat ja inzwischen ausgedient. Es wird immer häufiger auf Kunststoff- und Kompositfüllungen zurückgegriffen. Außerdem unterscheidet man zwischen normalen Füllungen und Inlays (das heißt Einlagefüllungen). Letztere bestehen aus Gold, Keramik oder Kunststoff.

Nun ist ein neues, vielversprechendes Material auf den Markt gekommen, das eine noch bessere Leistung als herkömmliche Dentalmaterialien auf Acrylatbasis verspricht. Die Rede ist vom sogenannten Triazintrion, einer chemischen Verbindung, welche farblose und feuchtigkeitsunempfindliche Kristalle bildet.

Wie lässt sich das Triazin-Trion für die zahnärztliche Praxis nutzen?

Oft stößt man auf neue Entdeckungen, wenn man gar nicht damit rechnet. Und so war es auch beim Triazintrion: Bei der Erforschung von Knochenbruchkleber entdeckten Mediziner des Kungliga Tekniska Hogskolan (KTH) Royal Institute of Technology in Schweden ein Material, von dem sie noch nicht ahnen konnten, dass es die Zahnrekonstruktion revolutionieren würde. Das Material besteht aus einem Satz von Triazin Trion-Substanzen, die mit Hilfe einer Thiol-Yne-Kopplung auf Lichtbasis polymerisiert werden können. Diese Art der Kopplung erzeugt ein Material, das stärker ist als Polymere, die bisher über eine Standard-Thiol-En-Kopplung hergestellt wurden. Auch wenn man den chemischen Zusammenhang nicht ganz nachvollziehen kann wird deutlich, dass das daraus resultierende Material eine ziemliche Dichte und Stabilität aufweist, dass es vorher so noch nicht gegeben hat. Damit hätte man ein Füllmaterial für Zähne gefunden, dass so viel beständiger und langlebiger als alle bisherigen Füllmaterialien ist. Es haftet bis zu 160 Mal besser als Füllstoffe auf Acrylatbasis.

Lebensdauer verlängern

Wir wissen nur zu gut, dass Füllungen und Implantate jederzeit durch Zähneknirschen, eine schlechte Mundhygiene oder einfach mit den Jahren aufplatzen, herausfallen oder aufbrechen können. Dadurch entstehen neue und meist größere Löcher und der erneute Gang zum Zahnarzt lässt sich nicht vermeiden.

Viele Menschen reagieren außerdem allergisch auf Acrylat, das bestätigt auch das National Institute of Health. Das neue Material verursacht diese Hautreaktionen nicht. Dieses lichtinduzierte Polymer ist außerdem viel stabiler in seiner Konsistenz als herkömmliche Füllungen und Implantate auf Acrylatbasis. Davon profitieren am Ende die Patienten.

Erste Praxen arbeiten bereits damit

Und noch etwas: das neue Triazin-Trionmaterial ist sogar leicht formbar. Viele Hersteller (aus verschiedenen Branchen) greifen bereits auf dieses neuartige Material zurück. Die moderne Zahnarztpraxis aus Singapur namens T32 Dental Centre nutzt die Technologie bereits, um Zahnfüllungen und Zahnimplantate noch besser zu realisieren. Professor Michael Malkoch von der Abteilung für Faser- und Kunststofftechnologie der KTH glaubt, dass jeder gute Zahnmediziner bald schon mit Hilfe der 3D-Drucktechnologie maßgeschneiderte Implantate und Füllungen aus diesem neuen Material herstellen wird.

Fazit

Medizinischer Fortschritt hört eben nie auf und das ist auch gut so. Von genau solchen Entdeckungen profitiert am Ende jeder Einzelne von uns. Wann unser eigener Zahnarzt oder Implantologe tatsächlich auf dieses neuartige Material zurückgreifen kann, hängt vielleicht auch davon ab, wie schnell sich diese Nachricht verbreitet. Tragen Sie davon bei, teilen Sie diese Neuigkeit.




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