Glitzer, Gold, Regenbogen: Keine Grillz, sondern Lack

Unter dem Hashtag #rainbowteeth kursieren auf Instagram seit einiger Zeit Bilder von Zähnen, die bunt wie ein Regenbogen sind. Dahinter stehen Lacke, die die Firma Chrom auf ihrer Webseite für umgerechnet 16 € anbietet. Was genau die Lacke enthalten, ist nicht ganz klar: Der Hersteller schweigt sich aus. Allerdings behauptet der Hersteller, Zahnärzte hätten die Lacke für gesundheitlich unbedenklich befunden. Das lässt sich mangels Angabe der Inhaltsstoffe nicht nachprüfen.

Alle im Mund verwendeten Kosmetikprodukte landen früher oder später zumindest in Spuren im Verdauungstrakt. Wie gefährlich oder ungefährlich die Rainbow Teeth Lacke dann wirklich sind, kann derzeit noch niemand sagen. Eine tägliche Anwendung ist wahrscheinlich nicht ratsam. Gelegentlich angewendet, beispielsweise als Highlight für die kommenden Festtage, sind die glitzernden Zähnetrends nach allen derzeit vorliegenden Informationen aber ungefährlich.

Schwarz statt Weiß im Mund?

Gleichzeitig etabliert sich gerade ein anderer Trend. Weiße Zähne oder glitzernd bunte Rainbow Teeth reichen anscheinend nicht aus. Immer mehr Menschen lassen sich deshalb auch das zahnfleisch schwarz tätowieren. Damit heben sie die bunten bzw, weißen Zähne noch stärker hervor.

Tätowierungen sind schmerzhaft, dauerhaft und können gesundheitliche Risiken bergen. Inwieweit die unter die Haut gebrachte Farbe dem Zahnfleisch Schaden zufügt, ob die Zähne ebenfalls leiden, ist nicht klar. Studien stehen noch aus. Deshlab wird zur besonderen Vorsicht geboten.

Kulturgut Trends: Im Mund war immer schon viel los

Zähnetrends sind keine neue Erscheinung.In vielen Kulturen war und ist es noch immer üblich, sich Zahnfleisch, Zähne oder beides einzufärben. Während sich in vergangenen Jahrhunderten japanische Frauen ihre Schneidezähne mit Kohle schwärzten, färben sich die Frauen im Senegal noch heute das Zahnfleisch mit einer Paste aus verbranntem Öl und Sheabutter ein. Andere Kulturen kennen ausgeschlagene Zähne, spitz gefeilte Zähne und andere Modeerscheinungen.

Wenn nun also ein New Yorker Unternehmen Zahnlack entwickelt (laut Hersteller auf Basis von Lebensmittelfarben) und damit zu einem bunten Glitzerinferno mit klingenden Namen wie Candy Floss, Pretty in Pink oder Gold Dust weiterentwickelt, ist das nur konsequent. Nach Nagellack kommt Zahnlack. Das Unternehmen verzeichnet nach eigenen Angaben eine permanent steigende Nachfrage. Die Lacke sind inzwischen auch in Deutschland, Neuseeland, Indien und 17 weiteren Ländern angekommen.

Anwendungsempfehlungen

Solange nicht klar ist, welche Inhaltsstoffe genau in den Lacken stecken, raten zahnmediziner davon ab. Vor allem auf bereits geschädigte Zähne oder bei bestehenden Infektionen im Mund- und Rachenraum wird von der Anwendung abgeraten.