Ist ein Loch im Zahn, muss zunächst einmal der Bohrer ran. Anschließend stellt sich jedoch die Frage, mit welchem Material das Loch im Zahn aufgefüllt werden soll. Zur Auswahl steht neben verschiedenen Füllungsmaterialien auch Amalgam - seines Zeichens der Klassiker im Bereich der zahnärztlichen Versorgung.
Es existieren zahlreiche Studien und Berichte, die sich kritisch mit den möglichen Auswirkungen von Amalgam auf den menschlichen Körper auseinandergesetzt haben und bis heute auseinandersetzen. Amalgam-Kritiker werden eine Meldung sicherlich erfreut zur Kenntnis genommen haben: So dürfen Zahnärzte in der Europäischen Union ab Juli 2018 Amalgamfüllungen nur noch in Ausnahmefällen bei verschiedenen Personen einsetzen. Zu diesem Personenkreis zählen:

• Kinder,
• Schwangere,
• stillende Mütter.

Im Jahr 2020 schließlich wird umfangreich geprüft, ob ab dem Jahr 2030 komplett auf die Verwendung von Amalgamfüllungen verzichtet werden kann. Dies soll jedoch nicht aufgrund tatsächlich festgestellter gesundheitlicher Risiken, sondern prophylaktisch sowie aus Gründen des Umweltschutzes geschehen.

Woraus besteht Amalgam?
Amalgam ist eine Mischung aus verschiedenen Metallen sowie Quecksilber. Für die Füllung von Zähnen ist es aufgrund seiner weichen und leicht formbaren Struktur sehr beliebt. Es gilt vor allem im Seitenzahnbereich - in dem großer Kaudruck besteht - als Mittel der Wahl. Vorwiegend negativ bewertet wird es in der Öffentlichkeit jedoch aufgrund des enthaltenen Quecksilbers. Amalgam ist der am besten erforschte und älteste Werkstoff des Zahnarztes, der in der Regel von den meisten Patienten ohne Probleme vertragen wird. Die enthaltene Quecksilbermenge ist in etwa mit der Belastung von Quecksilber in der Nahrung vergleichbar.

Die Vor- und Nachteile von Amalgam-Füllungen
Grundsätzlich bietet das Material Amalgam als Zahnwerkstoff viele Vorteile. So hat es eine antibakterielle Wirkung und hindert Karies daran, sich auszubreiten. Zudem kann Amalgam in Sachen Haltbarkeit punkten und ist in etwa vergleichbar mit der Haltbarkeit von Gold-Füllungen.
Nachteilig an Amalgam-Füllungen ist die Ästhetik, die sich aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht an die Farbe des Zahns anpassen lässt. So werden Amalgam-Füllungen in der Regel nur im Nicht-Sichtbereich eingesetzt.

Wie ist die Haltbarkeit von Amalgam-Füllungen?
Pauschale Angaben zur Haltbarkeit einer Füllung lassen sich generell schwerlich treffen und können nur auf Grundlage von statistischen Erhebungen erfolgen. Im individuellen Fall sind für die Haltbarkeit nicht nur das Füllungsmaterial, sondern auch Größe und Lage der Füllung entscheidend. Darüber hinaus hat auch das Zahnpflegeverhalten des Patienten deutlichen Einfluss auf die Lebensdauer einer Füllung. Achtet der Patient also auf eine sorgfältige Zahnpflege, können die Füllungen überdurchschnittlich lange halten.
Bei Amalgam beträgt die durchschnittliche Haltbarkeit zwischen sieben und acht Jahren. Anschließend sollte der Zustand der Füllung auf jeden Fall von einem Zahnarzt überprüft und die Füllung gegebenenfalls ausgetauscht werden.

Kostenübernahme von Amalgam-Füllungen
Bis auf einige Ausnahmen werden von den gesetzlichen Krankenkassen nur die Kosten für Amalgam-Füllungen vollständig übernommen. Wenn sich der Patient also im Seitenzahnbereich eine Keramikfüllung wünscht, beteiligen sich die gesetzlichen Krankenkassen nur anteilig an den Gesamtkosten.

Amalgam-Füllungen entfernen lassen?
Da es keine nachgewiesenen gesundheitlichen Einschränkungen bei der Verwendung von Amalgam in Zahnfüllungen gibt, macht es aus Sicht zahlreicher Experten keinen Sinn, intakte Amalgam-Füllungen zu entfernen und gegen andere Füllungen auszutauschen. Die Menge an Quecksilber, die beim Aufbohren der Füllung freigesetzt wird, ist schädlicher für den Patienten als weiterhin mit der Amalgam-Füllung zu leben - so das Fazit der meisten Experten.