Karies ist die am häufigsten auftretende Erkrankung der Zähne in den Industrieländern. Der Begriff Karies leitet sich vom lateinischen Ausdruck caries ab und bedeutet Fäulnis oder Morschheit. Zahnkaries (Caries dentium) ist eine ansteckende Infektion, die von einem zum anderen Menschen übertragen werden kann.

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Ursachen und Entstehung von Karies

An der Entstehung von Zahnfäule sind mehrere Faktoren beteiligt. Die beiden wichtigsten Risikofaktoren, die Karies begünstigen, sind

  • eine schlechte Ernährung und
  • eine mangelnde Zahnpflege.

Bei der Zahnfäule greifen Säuren die Zahnoberfläche an. Die Säuren werden von Bakterien im Zahnbelag produziert. Der Zahnbelag, die sogenannte Plaque, bildet sich verstärkt, wenn die Zähne nicht ausreichend geputzt werden. Plaque besteht aus Nahrungsmittelresten, Speichel und Bakterien. Die Bakterien wandeln Zucker aus zuckerhaltiger Nahrung in Säuren um.

Eine zuckerhaltige Ernährung fördert die Entstehung von Löchern in den Zähnen, denn Zucker ist der Hauptbestandteil der heutigen Nahrung. Darüber hinaus sind stärke- und säurehaltige Lebensmittel Ursachen für Karies.

Symptome und Diagnose von Karies

Symptome und Diagnose von Karies

Die typischen ersten Anzeichen für beginnende Karies sind weiße oder braune Flecken auf den Zähnen. Wenn die Krankheit das Zahnbein befallen hat, treten Zahnschmerzen auf. Je weiter die Zahnfäule voranschreitet, desto stärker und regelmäßiger leiden die Betroffenen unter Zahnschmerzen. Die Zähne sind zudem sehr empfindlich gegenüber heißen, kalten, süßen oder sauren Speisen. Häufig kommt es zu unangenehmem Mundgeruch.

Karies kann der Zahnarzt in der Regel mit bloßem Auge diagnostizieren. Um die Zahnfäule auch im Anfangsstadium zu entdecken, ist ein regelmäßiger Besuch beim Zahnarzt unerlässlich. In der Regel wird eine Röntgenuntersuchung durchgeführt. Anhand der Röntgenaufnahme kann der Zahnarzt erkennen, wie weit die Zahnzerstörung bereits vorangeschritten ist und ob umliegendes Gewebe entzündet ist.

Folgen von Karies

Unbehandelte Karies kann weitreichende Konsequenzen für die allgemeine Gesundheit haben. Mangelnde Zahnhygiene und Erkrankungen der Zähne und des Zahnfleisches können das Immunsystem schwächen. Ein geschädigter Zahn sendet Giftstoffe in den Körper, sodass das Immunsystem dauerhaft aktiv sein muss. Die Abwehrkräfte werden somit geschwächt. Häufig treten Müdigkeits- und Schwächeerscheinungen auf und die Leistungsfähigkeit wird vermindert.

Entzündungen im Mundraum können außerdem diverse Krankheiten wie Allergien, Rheuma, Lungen- und Herzkrankheiten und Diabetes fördern. Der Grund dafür ist, dass die Bakterien aus dem Mundraum in den gesamten Körper wandern. So zum Beispiel können die Bakterien das Herz und die Lunge befallen. Das Risiko für einen Herzinfarkt kann sich dadurch erhöhen, insbesondere bei Menschen mit bereits bestehenden Herzschäden.

Behandlung von Karies

Behandlung von Karies

Die Therapie von Karies ist vom Stadium der Erkrankung abhängig. Bei Karies im Anfangsstadium können fluoridhaltige Präparate eingesetzt werden, um den Zahnschmelz zu härten und zu remineralisieren. Der Zahnarzt verschreibt häufig eine fluoridhaltige Zahncreme, die in der Regel einmal pro Woche verwendet werden soll.

Hat die Zahnfäule bereits das Zahnbein erreicht und ein Loch verursacht, genügt die Gabe von Fluorid nicht mehr. Die zerstörte Zahnsubstanz muss vom Zahnarzt entfernt werden. Dies geschieht durch das Aufbohren der betroffenen Stelle. Im Anschluss setzt der Zahnarzt eine Füllung ein. Für die Füllungen stehen verschiedene Materialien wie Kunststoff, Keramik, Metalllegierungen oder Amalgam zur Verfügung.

Wenn die Karies noch nicht allzu tief vorgedrungen ist und noch keine größeren Löcher vorhanden sind, kommt ein modernes Behandlungsverfahren ohne Bohren zum Einsatz. Das Verfahren wird Kariesinfiltration genannt. Dabei wird ein flüssiger Kunststoff in die winzigen Hohlräume gefüllt. Der Kunststoff härtet aus und blockiert so die weiteren Wege für die Säuren. Das neue Verfahren ist ein großer Fortschritt in der Zahnmedizin und besonders für ängstliche Patienten eine Erleichterung.

Vorbeugung von Karies

Zahnkaries kann mit verschiedenen Maßnahmen effektiv und leicht vorgebeugt werden. Eine grundlegende Vorbeugung ist eine angemessene Mundhygiene. Die Zähne sollten mindestens zweimal pro Tag richtig geputzt werden. Die Zähne sollten nicht unmittelbar nach den Mahlzeiten, sondern eine halbe Stunde danach, gereinigt werden. Als Ergänzung zum Zähneputzen können Mundspülungen verwendet werden. Besonders vor dem Schlafengehen ist eine gründliche Zahnpflege wichtig.

Für schwer erreichbare Zwischenräume eignen sich Zahnseide oder kleine Interdentalbürstchen sehr gut. Die richtige Putztechnik kann vom Zahnarzt anschaulich gezeigt werden. Kinder sollten frühzeitig lernen, wie wichtig die Zahngesundheit ist und mit dem gründlichen Zähneputzen vertraut gemacht werden. Zahnpflegekaugummis ohne Zucker regen den Speichelfluss an und hemmen so die Bakterien.

Neben der richtigen Mundhygiene beugt eine zahngesunde Ernährung Karies vor. Zuckerhaltige Lebensmittel sollten nicht allzu oft auf dem Speiseplan stehen. Auch zucker- und säurehaltige Getränke sind möglichst mit Vorsicht zu genießen und sollten nicht zu lange im Mund behalten werden. Es gibt zahnfreundliche Süßigkeiten, die Zuckeraustauschstoffe enthalten und mit dem Zahnmännchen gekennzeichnet sind. Ausreichendes Trinken (Wasser, ungesüßte Tees und Säfte) hilft dabei, den Speichelfluss anzuregen. Letztlich ist die regelmäßige Kontrolle beim Zahnarzt (zweimal pro Jahr) eine weitere wirksame Maßnahme zur Vorbeugung von Karies. Es muss also gar nicht erst zu Löchern in den Zähnen kommen.