Ein Gel, das Zahnschmelz regenerieren kann

Ein internationales Forschungsteam hat ein neuartiges Gel entwickelt, das den Zahnschmelz reparieren und sogar wieder aufbauen kann. Diese Entwicklung könnte die Zahnmedizin revolutionieren – und Millionen Menschen helfen, die unter empfindlichen oder geschädigten Zähnen leiden.

Das Gel wurde von Spezialistinnen und Spezialisten der University of Nottingham in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern entwickelt. Ziel war es, den natürlichen Aufbauprozess des Zahnschmelzes nachzuahmen und damit eine echte Regeneration zu ermöglichen.

Übersicht dieses Artikels

Wie funktioniert das neue Zahngel?

Der innovative Wirkstoff basiert auf Proteinen und imitiert die biologischen Prozesse, die auch beim Zahnschmelzaufbau von Kleinkindern ablaufen. Dabei bildet das Gel eine Art Gerüst, an dem sich Kalzium- und Phosphationen aus dem Speichel anlagern können – die Grundbausteine des natürlichen Zahnschmelzes.

Elektronenmikroskopische Aufnahmen zeigen: Nach nur zwei Wochen Anwendung bildeten sich bei behandelten Zähnen wieder feste Apatit-Kristalle – ein Hinweis auf eine echte Remineralisierung des Zahnschmelzes.

Warum die Forschung so wichtig ist

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit rund 3,7 Milliarden Menschen an Erkrankungen der Mundhöhle. Ein zentraler Faktor ist der Abbau von Zahnschmelz, der Zähne anfälliger für Karies, Entzündungen, Empfindlichkeit und sogar Zahnverlust macht.

Da sich Zahnschmelz im Gegensatz zu anderen Geweben nicht natürlich regenerieren kann, galten Schäden bisher als dauerhaft. Fluoridbehandlungen und Versiegelungen können den Verfall zwar verlangsamen, jedoch keinen neuen Zahnschmelz bilden.

Ausblick: Neue Möglichkeiten für Zahnmedizin und Implantologie

Sollten sich die Ergebnisse in klinischen Studien bestätigen, könnte das Gel künftig nicht nur bei Karies, sondern auch in der Implantologie oder bei ästhetischen Zahnbehandlungen eingesetzt werden – etwa zur Stärkung der Zahnsubstanz rund um Implantate oder empfindliche Zahnhälse.

Die Forschenden hoffen, schon im kommenden Jahr ein marktreifes Produkt vorstellen zu können. Damit wäre ein bedeutender Schritt in Richtung regenerativer Zahnmedizin erreicht.