Was tun bei Entwicklungsstörung des Zahnes?

In der Regel braucht man sich nicht um seinen Zahnschmelz Gedanken zu machen. Wer seine Zähne richtig pflegt, sich gesund ernährt und auf zahnschädigende Substanzen weitgehend verzichtet (z.B. Rauchen oder Alkohol), wird keine großen Probleme mit dem Zahnschmelz bekommen.

Es gibt dennoch Störungen in der Entwicklung des Zahnes, die sich negativ auf den Zahnschmelz auswirken und damit die gesamte Zahnstruktur verschlechtern. Man spricht von drei wesentlichen Erkrankungen, die zu einer sogenannten Zahndysplasie (Fehlentwicklung der Zähne) führen: Amelogenesis imperfecta, Dentinogenesis imperfecta und Odontodysplasie.

Was ist Zahnschmelz und welche Rolle spielt er für die Zahngesundheit?

Der Zahnschmelz (auch Adamantin genannt) ist eine Zusammensetzung aus Calcium, Phosphor, Magnesium, Natrium Fetten und Proteinen (Eiweißen) und bildet damit das härteste Material des menschlichen Körpers, um die Zähne durch Einflüsse von außen zu schützen. Der anorganische Zahnschmelz ist allerdings stark säureempfindlich und kann aufgrund seiner bandförmigen Kristalliten (mikroskopisch kleine Korngrößen) gereizt und geschädigt werden. Je poröser die der schützende Zahnschmelz wird, desto durchlässiger ist er für die schädigende Substanzen.

Aufgrund seiner besonderen Struktur kann Zahnschmelz nicht künstlich nachgebildet, aber zumindest repariert werden. Da Zahnschmelz keine Nerven besitzt, wird bei Kariesbefall auch kein Schmerz empfunden. Erst wenn der Karies durch den Dentin bis zur Pulpa (Zahnmark/ Zahnnerv) gelangt, weisen Zahnschmerzen auf die Erkrankung hin.

Da der Zahnschmelz sehr empfindlich ist, muss er besonders sorgsam gepflegt und ernährt werden. Falsches oder hartes Bürsten, der Konsum von Limonaden mit starker Kohlensäure oder fluoridarme Nahrung wirken sich negativ auf den Zahnschmelz aus. Zahnpasten enthalten deshalb Fluoride, um den Zahnschmelz mit jeder Reinigung zu remineralisieren.

Amelogenesis imperfecta

Eine der häufigsten Fehlentwicklungen des Zahnschmelzes nennt sich Amelogenesis imperfecta (kurz AI). Der Name deutet bereits auf die Problematik hin: Die Entwicklung des Schmelzes ist unvollendet, d.h. die Struktur des Zahnes ist durch eine Fehlentwicklung des Proteins im Schmelz gestört. Beteiligt sind die Proteine Ameloblastin, Enamelin, tuftelin und Amelogenin. Oft ist diese Erkrankung genetisch bedingt und zeigt sich durch gelblich bis braun verfärbte Zähne. Für Betroffene stellen diese nicht ausreichend geschützten Zähne das Einfallstor für Karies dar.

Betroffene klagen häufig über reiz- und temperaturempfindliche Zähne, die auch viel zu weich in der Gesamtstruktur sind. Zahnmedizinisch lässt sich Amelogenesis imperfecta mit Vollkronen behandeln.

Da es sich um eine genetisch bedingte Fehlbildung handelt, sind in der Regel alle Zähne gleich betroffen und müssen entsprechend behandelt werden.

Dentinogenesis imperfecta

Auch bei der Dentinogenesis imperfecta (DI) handelt es sich um eine Fehlbildung bzw. Strukturstörung des Zahnes. Dieses Mal betrifft es allerdings die Zahndentition, also die Phase des Zahnwachstums, in der die Zähne aus dem Kiefer in die Mundhöhle durchbrechen.

Normalerweise passt sich das Größenverhältnis des Kiefers an das Wachstum des Körpers an. Der Durchbruch der Milchzähne gehört zum normalen Wachstumsprozess dazu. Dieser findet zwischen dem 6. und 30. Lebensmonat statt. Ist man aber an einer Dentinogenesis imperfecta erkrankt, verliert der Zahn massiv an Härtesubstanz. Dann spricht man von einer Abrasio dentium (Abrasion) oder einem Capdepont-Syndrom.

Der Zahn verliert durch Reibung an Substanz, Zahnhälse sind freigelegt, der Zahnschmelz wird transparent. Auch hier ist ein Gendefekt für die Fehlfunktion von Proteinen verantwortlich. Eine Abrasion kann zahnmedizinisch ebenfalls durch Verkronung behoben werden, um weitere Schäden zu minimieren und die Kiefer zu stabilisieren.

Odontodysplasie

Genauer genommen spricht man von einer Regionalen Odontodysplasie (ROD). Hierbei handelt es sich um eine eher seltene Zahnmissbildung, die nicht genetisch bedingt ist. Die Ursache ist unbekannt. Man geht davon aus, dass die mesenchymalen und ektodermalen Strukturen der Zähne gestört sind. Dahinter verbirgt sich wahrscheinlich eine Infektion oder ein Mangel, der zum Beispiel das Zahnwachstum beeinträchtigt (die Zähne werden kleiner), zu kleinen Beulen auf der Zahnoberfläche und schließlich zu einem einem Durchbruch der Zähne führen kann.

Bildgebende Verfahren zeigen zudem Auffälligkeiten im Bereich der Wurzel. Auch lassen sich Zahnschmelz und das Dentin nicht klar voneinander trennen. Umgangssprachlich nennt man diese stark transparenten Zähne auch Ghost teeth (“Geisterzähne”). Sie sind darüber hinaus temperaturempfindlich und stark gereizt. Hier sollte man ebenfalls für eine gute zahnmedizinische Versorgung sorgen. Es werden lokale Fluoridierungen empfohlen, aber auch Füllungstherapien, Fissurenversiegelungen und Zahnkronen.

Fazit

Neben den drei genannten gravierenden Entwicklungsstörungen des Zähne bzw. des Zahnschmelzes, gibt es noch weitere zahlreiche Veränderungen, die sich im Laufe der Zeit herausstellen oder entwickeln können. Wichtig ist es bei jeglicher genetischen Störung, bei Erkrankung, Verletzung oder Entzündung sofort einen zahnmedizinischen Facharzt aufzusuchen, um diese schnellstmöglich zu behandeln und den weiteren Verlauf der Entwicklungsstörung zu stoppen. Der Zahnschmelz schützt die Zähne. Er ist nicht künstlich wiederherstellbar, kann aber durch entsprechende Maßnahmen (Füllungstherapien, Versiegelungen und Verkronung) repariert werden. Da der Zahnschmelz keine Nerven enthält, wird eine Schädigung keine Schmerzen bereiten, die darauf hinweisen. Ein Besuch beim Zahnarzt kann Sicherheit geben und sollte mindestens einmal im Jahr stattfinden.


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