Was unter Primärstabilität genau verstanden wird

Die Primärstabilität beschreibt, wie fest das Implantat im Knochen sitzt. Dabei handelt es sich nicht um eine dauerhafte Verbindung, sondern um einen anfänglichen Zustand, der die Grundlage für die weitere Einheilung bildet.

In dieser Phase gibt es noch keine feste biologische Verbindung zwischen Knochen und Implantat. Das passiert erst im Laufe der Zeit. Anfangs ist es also nur die mechanische Verankerung, die das Implantat an Ort und Stelle hält. Je besser dieser erste Halt ist, desto günstiger sind die Voraussetzungen für eine stabile Einheilung, denn eine geringe Primärstabilität kann dazu führen, dass das Implantat empfindlicher auf Belastungen reagiert.

Welche Faktoren die Primärstabilität beeinflussen

Ob ein Implantat direkt nach dem Einsetzen stabil sitzt, hängt von mehreren Faktoren ab. Diese betreffen sowohl den Knochen als auch die Art des Implantats und die chirurgische Technik.

Wichtige Einflussgrößen sind:

  • die Dichte und Qualität des Kieferknochens
  • die Form und Oberfläche des Implantats
  • die exakte Vorbereitung des Implantatbetts
  • die Technik beim Einsetzen

In der Praxis bietet ein dichter Knochen besseren Halt als ein weicher Knochen. Deshalb kann die Primärstabilität im Unterkiefer oft höher sein als im Oberkiefer. Auch die Form des Implantats spielt eine wichtige Rolle, da es bestimmte Designs gibt, die extra für mehr Stabilität entwickelt wurden.

Warum die Primärstabilität für die Einheilung so wichtig ist

Nach dem Einsetzen fängt der Körper an, das Implantat in den Knochen zu integrieren. Dieser Prozess dauert etwas und passiert in mehreren Schritten. Die Primärstabilität sorgt dafür, dass das Implantat in dieser Phase ruhig im Knochen verbleibt.

Regelmäßige Bewegungen im Implantatbereich können oft problematisch sein können, denn wenn das Implantat zu früh oder zu stark belastest wird, kann das die Einheilung stören. In ungünstigen Fällen entsteht keine stabile Verbindung zum Knochen. Eine gute Primärstabilität reduziert dieses Risiko. Sie schafft die Voraussetzung dafür, dass sich das Implantat ungestört in das Knochengewebe einfügen kann.

Messung und Einschätzung in der Praxis

In der Praxis wird die Stabilität eines Implantats nicht nur subjektiv beurteilt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten um sie genauer einzuschätzen.

Typische Methoden sind:

  • Messung des Eindrehmoments beim Einsetzen
  • spezielle Geräte zur Bestimmung der Implantatstabilität
  • klinische Einschätzung durch den Behandler

Diese Werte sind wichtig, um die weitere Behandlung zu planen. Sie geben zum Beispiel Hinweise darauf, ob ein Implantat früh belastet werden kann oder ob eine längere Einheilphase sinnvoll ist.

Zusammenhang zwischen Primärstabilität und Belastung

Ein wichtiger Punkt in der Implantologie ist die Frage, wann ein Implantat belastet werden kann. Dabei spielt die Primärstabilität eine entscheidende Rolle. Bei guter Stabilität kann in manchen Fällen eine frühere Versorgung mit Zahnersatz erfolgen. Das bedeutet jedoch nicht, dass dies immer sinnvoll ist, denn die Entscheidung hängt von mehreren Faktoren ab und wird individuell getroffen.

Ist die Primärstabilität geringer, wird meist mehr Zeit für die Einheilung eingeplant. Dadurch wird sichergestellt, dass sich eine stabile Verbindung zum Knochen entwickeln kann.

Grenzen der Primärstabilität

Die Primärstabilität ist zwar ein wichtiger Faktor, aber sie bildet lediglich den Ausgangspunkt. Später ist die biologische Integration von Bedeutung. Erst wenn sich der Knochen fest mit dem Implantat verbunden hat, ist es dauerhaft stabil. 

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