Haben Sie sich jemals gefragt, wie Sie ihre Zähne bestenfalls putzen sollten? Kann man das überhaupt beantworten? Gibt es überhaupt so etwas wie die perfekte Putztechnik? Tatsächlich gibt es sie - auch wenn das Zähneputzen mit der Bürste vergleichsweise noch relativ jung ist. Relativ früh (vor ungefähr 2.000 Jahren) nutzte man Weidenstöcke zur Reinigung der Zähne. Die Alten Ägypter entdeckten Natron als Mundhygiene. Andere setzten auf gemahlenen Vulkanstein (Bims), Pasten aus Gewürzen oder auf die Spülung mit Weinessig. Noch bis vor 200 Jahren genügte der Zahnstocher, ein Mund-Lappen und eine Mundspülung aus reinem Alkohol. Erst in den 1930er Jahren eroberten die uns heute bekannten Zahnbürsten den Markt.

Heute gilt, putzen Sie mindestens zwei Mal am Tag die Zähne. Immer mehr Mediziner raten zur Anwendung einer elektronischen Zahnbürste. Aber wer die Putztechnik beherrscht, kann natürlich auch mit einer einfachen Zahnbürste gute Ergebnisse erzielen. Putzen Sie mindestens zwei Minuten und befolgen Sie folgende von der American Dental Association empfohlenen Schritte:

  • Nutzen Sie eine Zahnpaste mit Fluorid. Weil Säuren, die durch Lebensmittel und Flüssigkeit den Mund passieren, greifen den Zahn und insbesondere den Zahnschmelz an. Kalzium und Phosphat kann herausgelöst werden. Fluorid hat eine remineralisierende Wirkung und härtet die Zähne durch Auftragen besser ab. Fluorid ist übrigens auch enthalten in Haselnüssen, Erdnüssen und Walnüssen.
  • Sollten Sie per Hand putzen, wählen Sie besser eine softe oder mittelstarke Bürste. Es ist wichtig, dass Sie die Bürste nicht zu stark an die Zähne drücken. Moderne elektronische Bürsten haben den Vorteil, hier rechtzeitig durch ein entsprechendes Signal zu warnen.
  • Bürsten Sie von oben nach unten und/ oder in kleinen kreisenden Bewegungen.
  • Versuchen Sie die Bürste im Winkel von 45° zu halten, damit Sie das Zahnfleisch nicht verletzen
  • Man empflieht auch das KAI-System: Zuerst starten Sie mit em Putzen auf den Kaufflächen (K), dann reinigen sie die Außenflächen (A) und schließen den Putzvorgang mit den Innenflächen (I) ab
  • Weil es sich bewehrt hat, wird immer häufiger empfohlen, seine Zähne zusätzlich einmal am tag mit Zahnseide zu reinigen (am besten abends vor dem Schlafengehen)
  • Außerdem wird zur Munddusche geraten, gerade, wenn man nicht überall mit der Zahnbürste oder Zahnseide hingelangt, die Zähne zu eng stehen oder Spangen die Reinigung erschweren
  • Mit einem antibakteriellen Mundwasser sorgen Sie für eine zusätzliche Reinigung


Leider müssen Zahnärzte immer wieder feststellen, dass (noch immer) falsch geputzt wird. Die Zahnbürsten werden meist viel zu stark an die Zähne gedrückt. Sie schädigen das Zahnfleisch, können Entzündungen hervorrufen oder einen Rückgang des Zahnfleisches bewirken. Außerdem sind die Bürsten oft viel zu lang und sie werden falsch hin und her bewegt. Speisereste und Plaque gelangen auf diese Weise ganz einfach in die Zahnzwischenräume. Während die meisten denken, sie hätten ihre Pflicht getan, haben sie ihre Zähne alles andere als sauber geputzt.

Es kommt auch auf die Ernährung an

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass die Wahl der Speisen eine enorme Auswirkung auf die Zahngesundheit haben. Kartoffelchips zum Beispiel bleiben hartnäckig an und zwischen den Zähnen hängen. Bonbons und andere klebrige Süßigkeiten lassen sich auch nur schwer von den Zähnen entfernen. Karies hat so leichtes Spiel. Vorsicht ist auch geboten bei säurehaltigen Lebensmittel wie Zitrusfrüchte, Ananas oder Kiwis. Sprudelnde Getränke, Wein und Fruchtsäfte sind ebenfalls aufgrund ihres Säuregehalts schädlich für die Zähne.

Einige Lebensmittel haben aber auch den gegenteiligen Effekt: Sie können sogar als eine Art “Mundreinigung” während des Tages verwendet werden, wenn man beispielsweise nicht zum Zähneputzen kommt. Das sind zum Beispiel Käse, Gurken und harte Gemüse. Ebenso Gewürze wie Cayennepfeffer und Ingwer. Sie produzieren vor allem jede Menge Speichel, das wiederum zur Hygiene beiträgt. Die eigene Speichel - mit jeder Menge gesunder Bakterien - ist eine hervorragende Waffe gegen Karies und Parodontitis. Achten Sie darauf, dass ihr Mund nicht trocken wird. Ballaststoffreiche Ernährung, Kaugummikauen und Kräutertees regen den Speichelfluss natürlich an.

Die gute alte Zahnseide

Vielen fällt die Nutzung von Zahnseide schwer weil sie - bzw. das Hineinstecken der Finger in den Mund - automatisch einen Würgereiz hervorruft. Es gibt zum Glück auch weiterentwickelte Produkte auf den Markt, etwa den Zahnseidestick, der einen Haltegriff hat und somit viel einfacher zu bedienen ist. Der Zahnseidestick ist im Prinzip nichts anderes als ein 1 cm langes Stück Zahnseide, dass an Kunststoff befestigt ist. Egal, ob Sie den Stick oder die Seide per Hand nutzen, spülen Sie die Zähne danach gründlich mit Mundwasser aus, so dass auch keine Essensrest mehr in die Zahnzwischenräume gelangen.