Unbehandelt kann sich eine harmlose Zahnfleischentzündung zu einer Parodontitis entwickeln. Parodontitis ist eine schwere Zahnfleischerkrankung, die Knochen zerstört und das Weichgewebe des Mundes schädigt. Menschen mit Parodontalerkrankungen verlieren weitestgehend ihre Zähne und leiden nicht selten unter chronischem Mundgeruch.

The Centers for Disease Control and Prevention (CDC) berichtet, dass bis zu 47,2% der erwachsenden US-Bürger an Parodontitis leiden. Auch in Europa leidet so ziemlich jeder Zweite an Parodontitis. Das sind erschreckende Zahlen, wenn Sie uns fragen.

Noch erschreckender ist folgende Relation: Vor kurzem entdeckten Forscher in Südkorea einen Zusammenhang zwischen Parodontalerkrankungen und der Entwicklung von Demenz. Angesichts der Prävalenz von Parodontalerkrankungen hat diese Forschung weitreichende Auswirkungen. Die Behandlung von Parodontitis und die regelmäßige Zahnpflege können Ihnen helfen, spätere Demenz vorzubeugen.

Zusammenhang zwischen Parodontose und Demenz gefunden

Die koreanischen Forscher überprüften Daten des National Health Insurance Service - 국민건강보험공단 (NHIS) von ungefähr 263.000 Menschen, die außerdem älter als 50 Jahre alt waren. Das NHIS bietet allen Koreanern eine Krankenversicherung an und sammelt auf diese Weise Gesundheitsinformationen. Von 2005 bis 2015 verglichen die Forscher Menschen mit chronischer Parodontose mit Menschen ohne Zahnfleischerkrankung.

Über den Zeitraum von 10 Jahren fanden die Forscher dann zufällig heraus, dass Menschen mit chronischer Parodontitis eine um 6% höhere Wahrscheinlichkeit haben, später an Demenz zu erkranken. Dieses höhere Risiko bestand unabhängig von anderen Lebensstilfaktoren wie Alkoholkonsum, Rauchen und Bewegung fort. Die Forscher plädieren für eine weitere Erforschung eben diesen Zusammenhangs. Die Wissenschaft ist eifrig dabei, genau dieser Beobachtung auf den Grund zu gehen.

Was wir daraus ziehen können

Noch sind die Studien nicht abgeschlossen, aber wir können bereits unser Fazit daraus ziehen: Um Zahnfleischerkrankungen vorzubeugen, müssen wir natürlich unsere Zähne regelmäßig und und gründlich putzen (möglichst zwei Mal am Tag und mit entsprechender Technik, hier finden Sie eine gute Anleitung). Stellen Sie sicher, dass Sie jeden Tag Zahnseide verwenden, und planen Sie regelmäßige Besuche bei Ihrem Zahnarzt ein.

Eine schlechte Mundhygiene ist und bleibt einer der führenden Risikofaktoren für Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und Parodontitis. Wer zudem raucht, muss mit größter Wahrscheinlichkeit damit rechnen, eher eine Parodontalerkrankung zu entwickeln. Auch ist das Risiko viel höher, an Mundkrebs zu erkranken. Es lohnt sich wirklich an dieser Stelle über eine Raucherentwöhnung nachzudenken, um das Risiko einer ernsthaften Erkrankung zu verringern.

Gehen Sie mindestens einmal im Jahr zu Ihrem Zahnarzt, um eine Zahnuntersuchung aber auch eine professionelle Reinigung durchzuführen. Wenn Sie dazu neigen, Parodontitis schneller zu entwickeln, ist es ratsam, alle sechs Monate zum Zahnarzt zu gehen.

So können Sie Parodontitis behandeln

Zur Behandlung der Parodontose können sowohl nicht chirurgische als auch chirurgische Methoden eingesetzt werden. Ihr Zahnarzt kann zum Beispiel “Wurzelglätten” durchführen, um Ihre Zähne unter dem Zahnfleischrand gründlich zu reinigen. Sie können auch - bei bereits erfolgtem Befall - ein Antibiotika zur Bekämpfung der Infektion erhalten. Eine weit fortgeschrittene Parodontose hat vielleicht eine Operation zufolge. Lassen Sie sich unbedingt von Ihrem Zahnarzt beraten und holen Sie sich im Notfall iene zweite ärztliche meinung hinzu. Diese Möglichkeiten stehen Ihnen im Ernstfall einer starken Parodontitis zur Verfügung:

  • Lappenoperation zur Reduzierung der Größe der Zahnfleischtaschen#
  • Knochentransplantate als Ersatz für verlorenen Knochen
  • Weichteil-Transplantate als Ersatz für beschädigtes Zahnfleischgewebe
  • Gesteuerte Regeneration von Geweben, damit neue gesunde Gewebe wachsen können.

Wenn Sie derzeit keine gesundheitlichen Beschwerden haben, können wir Sie nur beglückwünschen. Weiter so! Tragen Sie täglich etwas zur Erhaltung dieses Zustandes bei und sorgen Sie so präventiv vermutlich gegen eine spätere Demenz. Wir bleiben gespannt auf die Ergebnisse dieser Forschung und informieren Sie gerne weiter über den Forschungsstand.


Source: (c) Ingo Bartussek and imtmphoto - Adobe Stock