Wie unlogisch doch manchmal die Logik sein kann. Man geht davon aus, dass die frühe Investition in gesunde Zähne sich später einmal rentiert, zumindest, was das Tragen einer Zahnspange angeht. Viele Leute glauben, dass der frühe Gang zum Orthopäden und das rechtzeitige Setzen einer Schiene so manche Zahnprobleme in Zukunft verhindert. Der Gedanke ist naheliegend: Gerade Zähne sorgen nicht nur für ein hübsches Lächeln, sondern dafür, dass die Zähne wieder alle richtig stehen und somit keine Gefahr durch Abnutzung (etwa durch Zähneknirschen) ausgeht. Außerdem, so glaubt man, begradige die Zahnspange die Zähne so, dass die Zahnzwischenräume besser gereinigt werden können. Auf diese Weise beuge man Karies vor - denkt man!

Denkfehler

Doch genau hier liegt auch der Denkfehler: Eine Zahnspange heißt nicht automatisch gesündere Zähne - zumindest bleiben diese nicht vor Erkrankungen und Entzündungen verschont. Nachwievor müssen Menschen - mit oder ohnen Spange - auf ihre Zahnhygiene achten, mindestens zwei Mal am Tag putzen, Zahnseide nutzen, auf die Ernährung achten und zur halbjährlichen Kontrolle beim Mediziner gehen.

Eine Studie der zwei renommierten Einrichtungen Australian Research Centre for Population Health und University of Adelaide Dental School deutet aber auf genau dieses Missverständnis hin: Eine Zahnspange verhindert nicht zukünftige Zahnprobleme wie Karies.

Wissenschaftliche Untersuchung deckt auf

Die wissenschaftlichen Studie wurde von Professor David Brennan von der University of Adelaide Dental School und Dr. Esma J. Dogramaci geleitet. Die Forscher untersuchten die (Aus-)Wirkung der Kieferorthopädie auf die Kariesprävention und veröffentlichten die Ergebnisse in der Zeitschrift Community Dentistry and Oral Epidemiology. Entgegen allgemeiner Überzeugung, bestätigen die Fakten aus der Studie, dass Kieferorthopädie und Karies keinen Zusammenhang aufweisen. Laut Science Daily beobachtete man Menschen im Alter von 13 bis 30 Jahren und analysierte ihr Gesundheitsverhalten. Fast 30 Prozent der Teilnehmer hatten sich einer kieferorthopädischen Behandlung unterzogen (das waren etwa 500 Menschen). Die Patienten gaben als Grund sogar an, mit der Zahnspange eine spätere Erkrankung, zum Beispiel an Karies, zu verhindern. Doch die Analyse über die Jahre zeigte ein ganz anderes Ergebnis. Diejenigen, die eine Zahnspange hatten, hatten nicht automatisch bessere Zähne. Die Wissenschaftler konnten bestätigen, dass die Zahnkorrektur keine spezielle Auswirkung auf die spätere Mundgesundheit hatte.

Missverständnis, dass teuer werden kann

Es handelt sich um einen Irrglauben, ein Missverständnis, dass einigen vielleicht teuer zu stehen kommen kann. Viele Menschen investieren schon früh in gute und gesunde Zähne. Für viele gehört deshalb auch das Tragen einer Zahnspange dazu, obwohl man vielleicht gänzlich auf sie verzichten könnte.

Selbstverständlich kann die Kieferorthopädie einen wertvollen Zweck erfüllen, zum Beispiel den, dass schiefe Zähne neu ausgerichtet werden, um Biss und Ästhetik zu verbessern. Die Behandlung ist schmerzhaft und nicht wirklich billig. Sie kann - je nach Alter, Notwendigkeit und Diagnose - bis ins Vierstellige gehen. Hier finden Sie einen Übersichtsplan, was eine Zahnspange hierzulande kosten kann.

Fazit - worauf es wirklich ankommt

Unser Fazit: Nicht die Zahnspange übernimmt die Aufgabe für gesunde Zähne, sondern Sie selbst. Sorgen Sie für saubere Zähne, und das möglichst 24 Stunden. Gehen Sie regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolle. Lassen Sie sich beraten, welche Zahnbürste Sie am besten nehmen, welche Zahnpasta am geeignetsten für Sie ist und wie Sie Zahnseide richtig anwenden können. Achten Sie außerdem auf das, was Sie essen und wann Sie am besten die Zähne putzen. Es gibt viel, was Sie auch hier noch falsch machen können. Aber nur so schaffen Sie die besten Voraussetzungen, für eine gute und gesunde Hundhygiene - mit oder ohne Zahnspange.


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