Zahnbrücken ersetzen verlorene Zähne

Als Verankerung für eine Zahnbrücke dienen benachbarte Zähne (Brückenpfeiler). Die Zahnbrücke dient dazu, eine Zahnlücke zu schließen, die durch Unfall, Zahnausfall oder Zahnziehen entstanden ist.

Zahnbrücken fertigt der Zahnarzt meist dann an, wenn die Brückenpfeiler ohnehin schon wurzelbehandelt oder mit einer Füllung ausgestattet sind. Bei vollständig gesunden benachbarten Zähnen empfiehlt er in der Regel Zahnimplantate, da das vor dem Aufsetzen der Krone auf die Brückenpfeiler erforderliche Abschleifen der Pfeilerzähne zu einem dauerhaften Zahnschaden führen kann. Ein Zahnimplantat ist eine künstliche schraubenähnlich geformte Titan-Zahnwurzel, die mit dem Kieferknochen verwächst. Zum Fixieren der Brücken dienen vorbehandelte überkronte natürliche Zähne oder Zahnimplantate.

Nach der Vorbehandlung der Pfeilerzähne nimmt der Zahnarzt einen Abdruck und erstellt ein Gipsmodell. Dann lässt er die Zahnkronen und das mittlere Brückenglied anfertigen. Erst dann, wenn die Brücke schmerzfrei in der Zahnreihe sitzt, befestigt man sie dauerhaft.

Übersicht dieses Artikels

Arten von Zahnbrücken

Zahnbrücken gibt es in verschiedenen Materialien und Materialkombinationen. Sie lassen sich auf Wunsch farblich an die natürlichen Zähne des Patienten anpassen. Wie lange die auf Dauer eingesetzte Brücke hält, hängt davon ab, wie der Patient sie pflegt, aus welchen Materialien sie besteht und in welchem Zustand die Brückenpfeiler sind. Bei guter Mundhygiene haben Zahnbrücken eine Lebensdauer von durchschnittlich 20 Jahren.

Je nach individueller Mundsituation fertigt der Zahnarzt eine

  • Freiendbrücke (Extensionsbrücke)
  • Klebebrücke (Adhäsivbrücke, Maryland-Brücke) oder
  • Inlaybrücke

an.

Freiendbrücken sind nur an einer Seite am natürlichen Gebiss fixiert, da der/die letzte(n) Backenzahn/Backenzähne fehlen. Ist der hinterste Backenzahn nicht mehr vorhanden, überkront man die beiden davor befindlichen Zähne und verbindet sie miteinander. So wird die Brücken-Konstruktion stabiler. Freiendbrücken sind nur dann sinnvoll, wenn die beiden benachbarten Zähne ausreichend stabil sind. Das freie Ende der Zahnbrücke darf unter keinen Umständen zu lang sein. Im hinteren Backenzahn-Bereich kann mitunter ein Implantat die bessere Lösung sein.

Klebebrücken setzt man ausschließlich im Frontzahn-Bereich ein. Die Brückenpfeiler beschleift man außerdem nur auf der Innenseite. Die Befestigung der Klebebrücke erfolgt nicht über Kronen, sondern über dünne Metall-Plättchen. Die Zahnbehandlung ist bei dieser Art Zahnersatz schonender als bei anderen Brücken-Arten. Klebebrücken setzt man meist bei jungen Menschen als Übergangslösung ein, wenn der verlorene Vorderzahn nicht durch ein Zahnimplantat ersetzt werden kann. Sie sind nicht so stabil wie festsitzende Brücken und halten daher auch nur zirka 5 Jahre.

Die Inlay-Brücke ist nicht mit einer Krone, sondern einem Inlay in den benachbarten natürlichen Zähnen verankert. Als Inlay bezeichnet man im Labor gefertigte Füllungen aus Kunststoff, Keramik oder Gold. Inlay-Brücken haben den Vorteil, dass man ihretwegen nicht die Pfeilerzähne abschleifen muss. Allerdings können sich die Füllungen durch den Kauvorgang lösen: Sie sind nur eingeklebt. Inlay-Brücken sind nur dann technisch realisierbar, wenn die Brückenpfeiler nicht zu stark vorgeschädigt sind.

Materialien von Zahnbrücken

Materialien von Zahnbrücken

Die Zahnbrücken-Basis besteht aus einer meist goldfarbigen Metall-Legierung, auf der sich ein zahnfarbiger Kunststoff- oder Keramik-Aufbau befindet. Brücken mit Edelmetall-Legierungen sind nur dann geeignet, wenn der Patient an keiner Metallallergie leidet.

Im Frontzahnbereich verwendet der Zahnarzt meist Zahnbrücken aus Vollkeramik (Keramik ohne Metallbasis) oder Metallbrücken mit Keramik-Verblendungen. Sie sind farblich optimal an die natürlichen Zähne angepasst. Verbund-Metall-Keramik Brücken (VMKs) sind wegen ihres Metallanteils stabiler und sehen dank der Keramik-Verblendung natürlicher aus als Vollgussbrücken.

Im Seitenzahnbereich (Backenzähne) setzt der Zahnarzt um der besseren Festigkeit willen (Kauvorgang!) Metallbrücken oder Vollgussbrücken ein.

Wofür verwendet man Zahnbrücken?

Zahnlücken beeinträchtigen den Kauvorgang und sind dafür verantwortlich, dass der Patient schlechter zu verstehen ist, wenn er etwas sagt. Außerdem sind sie - je nachdem, wo die Zähne fehlen - mitunter deutlich zu sehen. Außerdem gefährden Zahnlücken die Stabilität der benachbarten Zähne. Da sie an einer Seite frei im Kiefer stehen, können sie in die Lücke hineinkippen. Die schiefen Zähne verursachen dann oft Probleme beim Kauen.

Zahnbrücken sind nur dann sinnvoll, wenn die benachbarten Pfeilerzähne in einem guten Zustand sind, also bestenfalls noch viele Jahre lebensfähig sind. Daher muss der Zahnarzt vor dem Anfertigen einer Brücke zuerst die Pfeilerzähne sanieren. Je nach medizinischem Befund geschieht das mithilfe einer Aufbaufüllung nach der Entfernung von Karies oder einer Behandlung der Zahnfleisch-Erkrankung.

Ist vom Brückenpfeiler nur noch ein Stumpf übrig, kann man diesen eventuell noch mit einem Stiftaufbau stabilisieren. Dazu verankert man ihn einfach im Wurzelkanal.

Vorteile und Nachteile von Zahnbrücken

Vorteile

  • versorgen Lücken von bis zu 4 Zähnen
  • sind kostengünstiger als Zahnimplantate und Prothesen/Teilprothesen
  • sind langlebig

Nachteile

  • Lücken der Brücke und zu den Pfeilerzähnen lassen sich nur unzureichend säubern
  • Beschleifen der Pfeilerzähne notwendig
  • Einsatz nur dann möglich, wenn Pfeilerzähne vorbehandelt sind (Krone, Inlay, Metallplättchen)
  • Pfeilerzähne müssen stabil und möglichst gesund sein
  • Pfeilerzähne müssen gerade sein
Kosten für Zahnbrücken

Kosten für Zahnbrücken

Wer sich eine Zahnbrücke anfertigen lassen möchte, kann das bei einem Zahnarzt seiner Wahl tun. Die gesetzlichen Krankenkassen leisten Festzuschüsse, deren Höhe je nach vorliegendem medizinischem Befund variiert. Führt der Patient ein Bonus-Heft, erhält er einen 20- oder 30-prozentigen Bonus auf seinen Festzuschuss. Je höher er ist, desto niedriger ist der Eigenanteil des Patienten. Die gesamten Kosten der Brücke sind davon abhängig,

  • welchen Zahnarzt er wählt,
  • mit welchem Labor dieser Zahnarzt zusammenarbeitet,
  • welche Art der Brücke er machen lassen möchte,
  • wie viele Zähne der Brückenkörper hat,
  • in welchem Bereich des Gebisses die Brücke vorgesehen ist (Frontzahn, Schneidezahn, Backenzahn-Bereich) und
  • ob sie an 2 (Regelfall) oder 4 Brückenpfeilern zu befestigen ist.

Außerdem spielen noch die gewählten Materialien, Qualitäten und der Umfang der zu leistenden Vorarbeiten eine Rolle. Die Kosten setzen sich aus

  • dem Zahnarzt-Honorar
  • den Laborkosten und
  • den Materialkosten

zusammen.

Am kostengünstigsten sind Vollgussbrücken, am teuersten Zahnersatz aus Edelmetall-Legierungen. Gold-Legierungen sind in voller Höhe selbst zu bezahlen. Die Krankenkassen-Regelversorgung besteht lediglich aus Teilverblendungen. Wünscht der Patient eine Vollverblendung, muss er sie selbst bezahlen. Zahnbrücken kosten im Durchschnitt zwischen 500 und 3.000 Euro - je nach Zahnarzt. Daher lohnt es sich, zuvor mehrere Anbieter miteinander zu vergleichen.