Die dentale Volumentomographie (DVT) zählt zu den modernen Verfahren der Röntgendiagnostik. Dabei handelt es sich um eine bildgebende Tomographie-Methode, bei der 3D-Röntgenbilder angefertigt werden. Auf diese Weise erhält der untersuchende Arzt dreidimensionale Einblicke mit höchster Präzision in die Kopfstrukturen. Dadurch ist er in der Lage, Mund- und Kieferbereich dreidimensional auf sämtlichen Ebenen zu untersuchen, wobei er die feinsten Anatomiestrukturen erkennt.

Übersicht dieses Artikels

Wann wird diese Röntgentechnik bevorzugt eingesetzt?

In Deutschland hat die dentale Volumentomographie ihren Ursprung in der Zahnheilkunde. Die heutigen Geräte unterscheiden sich jedoch deutlich von den älteren Apparaten, auch was die Strahlenexposition anbelangt. Mittlerweile kommt die DVT unter der Bezeichnung „digitale Volumentomographie“ auch in der Mund- Kiefer und Gesichtschirurgie sowie in der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde zum Einsatz.

Zu den wichtigsten Anwendungsgebieten der dentalen Volumentomographie gehört das Setzen von Implantaten in der Zahnheilkunde. So gilt die DVT mittlerweile im Rahmen der Implantatplanung als unverzichtbar.

Überaus hilfreich ist das Verfahren bei der Positionsbestimmung von verlagerten oder überzähligen Zähnen. Der Einsatz der dentalen Volumentomographie ermöglicht eine präzise Planung von operativen Eingriffen, wodurch eine schonende und minimal-invasive Operation möglich ist.

Darüber hinaus ist die DVT beim Ermitteln von Wurzelkanälen im Rahmen einer Wurzelbehandlung überaus wertvoll.

Welche Vorteile bietet die dentale Volumentomographie Arzt und Patienten?

Die Grundlage der dentalen Volumentomographie bildete die Computertomographie (CT). Im Vergleich zu dieser Methode weist die DVT jedoch bis zu 95 Prozent weniger Strahlenbelastung auf. Zahnmedizinern ermöglicht die 3D-Röntgentechnik in der Regel deutlich mehr Aufschlüsse als mit der herkömmlichen 2D-Technik. Eine Aufnahme nimmt lediglich sieben Sekunden in Anspruch. Außerdem lässt sich in Echtzeit ein Röntgenvideo mit 3D-Aufnahmen anfertigen. Der Zahnarzt gewinnt bei der Betrachtung den Eindruck, als hielte er den aufgenommenen Kiefer in der Hand und könnte ihn nach Wunsch drehen. Die Resultate der DVT werden unverzüglich in der Zahnarztpraxis ausgewertet.

Doch auch für die Patienten ist die dentale Volumentomographie von Vorteil, wenn sie ein Zahnimplantat erhalten. So wird durch die DVT oft erst eine Bewertung des Angebots und der Qualität der Knochen ermöglicht. Dabei lässt sich das Setzen des Implantats simulieren. Aber auch für das exakte Behandeln eines Wurzelkanals, bei einer Wurzelspitzenresektion oder dem operativen Entfernen von Weisheitszähnen hat die dentale Volumentomographie ihre Vorzüge und ermöglicht eine qualitativ bessere Behandlung.

Indikationen

Indikationen

Zu den typischen Anwendungsgebieten der DVT zählen:

  • Diagnose von erkrankten Zähnen und deren Erhaltungswürdigkeit
  • Lagebestimmung von Weisheitszähnen und deren Einfluss auf die Gesichtsnerven
  • genaue Positionsbestimmung von Zahnimplantaten
  • Planung eines Implantats im Rahmen einer 3D-Simulation
  • Einschätzen der Beschaffenheit der Knochen vor dem Einsetzen eines Implantats
  • Aufsuchen und Beurteilen von Wurzelkanälen bei einer Wurzelkanalbehandlung
  • skelettale Diagnostik bei kieferorthopädischen Untersuchungen
  • Diagnose von Erkrankungen der Kieferhöhle
  • Darstellen des Zahnhalteapparates im Rahmen der Parodontologie

Wie läuft eine dentale Volumentomographie ab?

Der Ablauf einer dentalen Volumentomographie ähnelt dem einer konventionellen Röntgenuntersuchung. Die Aufnahmen finden nicht in einer engen Röhre statt, sondern lassen sich mit einer 2D-Panoramaschichtaufnahme vergleichen. Während jedoch bei der Computertomographie mehrere Umdrehungen des Röntgenstrahlers, der um den Kopf des Patienten kreist, erforderlich sind, reicht für die DVT bereits eine einzige Umkreisung aus. Dabei werden sämtliche relevanten Bilddaten erfasst. Dieser Vorgang nimmt nur einige Sekunden in Anspruch.

Bestehen Risiken für den Patienten während einer DVT?

Zu den Risiken bei Röntgenverfahren zählt die Belastung mit ionisierenden Strahlen. Da der Aufnahmevorgang bei der dentalen Volumentomographie jedoch schon nach wenigen Sekunden abgeschlossen ist, fällt die Strahlenbelastung bei diesem Verfahren deutlich geringer aus.

In Deutschland liegt die natürliche Strahlenbelastung je nach lokalen Gegebenheiten bei 2 bis 5 mSv/a (Millisievert pro Jahr). Die durchschnittliche Strahlenexposition einer Person wird mit etwa 2,1 mSv/a angegeben. Pro Tag beträgt die natürliche kosmische Strahlung hierzulande im Durchschnitt 5,75 µSv. Während die Strahlenbelastung bei einer Computertomographie ungefähr 788 + 334 µSv entspricht, sind es bei der dentalen Volumentomographie lediglich etwa 221 + 275 µSv, womit die DVT deutlich weniger Strahlenbelastung aufweist.

Kosten

Kosten

Die Kosten für eine dentale Volumentomographie werden von den gesetzlichen Krankenkassen normalerweise nicht übernommen. Daher muss der Patient den Preis von ca. 150 bis 200 Euro aus eigener Tasche bestreiten.

Fazit

Die dentale Volumentomographie bietet sowohl Zahnmedizinern als auch Patienten zahlreiche Vorteile. Sie lässt sich schnell und sicher durchführen. Die Kosten für das Verfahren trägt der Patient allerdings in der Regel selbst.