Implantate: Mikrotechnologie verbessert Heilungsprozess

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Zahnimplantate helfen, durch einen Unfall, eine Zahnfleischentzündung oder Karies verloren gegangene Zähne zu ersetzen. Die mithilfe spezieller Mikrotechnologie hergestellten künstlichen Zahnwurzeln sitzen so fest im Kiefer wie natürliche Zähne.

Woraus bestehen Zahnimplantate?

Die meisten Zahnimplantate bestehen aus drei Teilen:

- dem zylinderähnlichen und unten abgerundeten Implantatkörper mit Innen- und Außengewinde

- dem Implantataufbau (Abutment)

- der Suprakonstruktion (Implantat-Krone)

Der Implantologe dreht den meist aus reinem Titan oder einer Titan-Legierung gefertigten Implantatkörper in die Zahnlücke. Danach verschraubt er das Abutment mit dem Implantatkörper. Im letzten Arbeitsschritt befestigt er die Implantatkrone auf dem Abutment. Öffnet der Patient den Mund, ist nur die sehr natürlich wirkende Krone zu sehen. Das leicht ansteigende Außengewinde des Implantats sorgt dafür, dass sich die künstliche Zahnwurzel schon beim Eindrehen fest mit dem Kiefer verbindet. In den folgenden Monaten wächst sie mit dem umgebenden Knochengewebe zusammen (Osseointegration).

Welche Implantat-Typen sind die gebräuchlichsten?

Die meisten Implantatkörper haben eine Länge von 0,8 bis 1,4 cm. Der Implantologe setzt sie dort ein, wo noch genügend Knochensubstanz vorhanden ist. Bei zu geringer Knochenmasse bieten sich Implantate mit Mikrogewinde an. Deren Implantatkörper sind lediglich sechs bis acht Millimeter lang, im Bedarfsfall aber sogar noch kürzer. Sie sind auch dort indiziert, wo sensible Stellen (unterer Trigeminusnerv) verletzt werden könnten.

Außerdem gibt es noch kieferorthopädische Implantate (KFO-Implantate). Sie korrigieren schief stehende Zähne. Basale Implantate (BOI-Implantate) haben eine abgerundete Bodenplatte und einen in der Mitte befindlichen Stift, die in ein Abutment ausläuft. Auf diesem bringt der Zahnarzt dann die Keramik-Krone an. Diese gewindelosen Implantate bieten sich dort an, wo kein Aufbau des Kieferknochens erfolgen soll (oder kann). Künstliche Zahnwurzeln aus Titan mit Schraubgewinde setzen sich gegenüber herkömmlichen Implantaten immer mehr durch. Das Material ist gut verträglich, korrosionsbeständig und hat eine hohe mechanische Festigkeit.

Was sind Implantate mit Mikrogewinde?

Diese künstlichen Zahnwurzeln haben ein schraubenähnlich gestaltetes Korpus, das beim Eindrehen in den Kiefer in das umliegende Knochengewebe einschneidet (selbstschneidende Implantate). Dieser Vorgang gewährleistet eine primäre Festigkeit des Implantats sogar noch dort, wo nur noch wenig eigene Knochenmasse vorhanden ist. Die unter joionline.org/doi/full/10.1563/aaid-joi-D-16-00170 veröffentlichte Meta-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Implantate mit Mikrogewinde besser in den Knochen einwachsen als die üblicherweise verwendeten künstlichen Zahnwurzeln.

Welchen Einfluss hat das Implantat-Design auf die Mundgesundheit?

Implantatkörper mit Außengewinde verbinden sich besser mit dem umliegenden Knochengewebe: Auf ihrer Oberfläche lagern sich Protein-Moleküle ab, die die Bildung neuer Knochenzellen (Osteoblasten) unterstützen. Dadurch verkürzt sich der Heilungsprozess. Sind sie allerdings sehr konisch geformt und haben sie einen Durchmesser von höchstens 4 mm, kommt es beim Kauen zu starker Beanspruchung des Implantats und damit auch des Kieferknochens. Stark ausgeprägte Gewinde und sehr raue Oberflächen verschlimmern eine bestehende Periimplantitis (Gewebe-Entzündung nahe dem Implantat).

Fazit

Patienten, die sich für ein Zahn-Implantat entscheiden, setzt der Implantologe oft ein selbstschneidendes Titan-Implantat mit Gewinde und aufgerauter Oberfläche ein. Aktuell gibt es noch kein Gewinde-Design, das bei den meisten medizinischen Indikationen anwendbar ist.