Rechtsverstöße auf der eigenen Praxis-Homepage. Darauf müssen Sie achten

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Grobe rechtliche Fehler findet man auf zahnärztlichen Webseiten zwar selten, aber man merkt es vielen Seiten an, dass ihr Inhaber rechtlich nicht gut beraten ist. Wie eine Studie zeigen konnte, die unter Mitwirkung der Kanzlei für Medizinrecht Schlegel und Partner entstand, ist kaum eine ärztliche Webseite wirklich rechtssicher.

Vermeiden Sie häufige Fehler wie diese

Die größten Probleme bei den Rechtsverstößen bereiten Datenschutz und Impressum. Bei 70 % der untersuchten Webseiten ist die Datenschutzerklärung mangelhaft, weil sie keine Hinweise enthält, wer für den Datenschutz zuständig ist. Das Impressum enthält oft keine Umsatzsteuer-ID. Diese müssten Ärzte jedoch angeben, wenn sie Privatleistungen offerieren. Eine überwältigende Mehrheit der Ärzte (94 %) verfügt über kein (vollständiges) Impressum.

Datenschutz für Besucher

Auch die technische Umsetzung einiger Datenschutzrichtlinien ist mangelhaft. Bei nur 4 % der Seiten holt sich der Betreiber die Zustimmung des Nutzers für die Verwendung von Cookies ein. Die kleinen Textdateien sind notwendig, um die Homepage mithilfe von Google Analytics zu analysieren. Nach dem Telemediengesetz ist die Zustimmung zwar nicht notwendig, wohl aber nach der EU-Richtlinie Nr. 2009/136/EG. Sie sollte daher unbedingt eingeholt werden.

Plug-ins, die die Arzthomepage mit der Facebook-Seite der Praxis verbinden, sind ein weiteres häufiges Problem, denn der Link leitet die IP-Adresse des Nutzers an Facebook weiter, wenn dieser das Profil mit einem "Like" versehen will. Doch zur Weiterleitung seiner IP-Adresse muss der Nutzer erst einwilligen, sagt das Landgericht Düsseldorf mit einem Urteil vom 09.03.16. Hiernach ist die Webseite nur dann insoweit rechtssicher, wenn ein weiteres Fenster automatisch öffnet, das die Einwilligung des Nutzers einholt und diesen über die Plug-ins informiert. Nur 1 % aller Ärzte hält sich an diese Vorgabe.

Bilder und Werbung

Die meisten Praxen bestücken ihre Webseite mit Bildern. Über ein Drittel der Praxen verliert jedoch keine Worte über die Bildrechte. Das kann zu teuren Abmahnungen durch den Fotografen führen. Viele Ärzte (39 %) begnügen sich nicht mit der Nennung von drei Tätigkeitsschwerpunkten, was sie gemäß § 27 Absatz 4 Nr. 3 der Berufsordnung für Ärzte eigentlich müssten. Bei mehr als drei Schwerpunkten kann jedoch nicht von einer Spezialisierung die Rede sein. Links zu den Seiten gewerblicher Dritter gelten als unzulässige Empfehlung, finden sich aber auf 18 % der Arztseiten im Internet.

Facebook - kein rechtsfreier Raum

Auch bei Facebook müssen Ärzte ihr Praxisprofil mit einem Impressum versehen. Doch das tun in der Realität nur 9 %. Außerdem darf das Profil nur berufsrelevante Texte enthalten. Auch daran halten sich 22 % der Ärzte nicht. Vor allem irreführende, vergleichende, oder werbende Inhalte können problematisch sein. Da Ärzte in der Regel nicht über detaillierte Rechtskenntnisse verfügen, ist es sinnvoll, die eigene Praxiswebseite von einem Spezialisten erstellen oder überprüfen zu lassen.